Wussten Sie, dass …

...es eine wichtige Änderungen in der Abfallbehandlungspflichten-Verordnung gibt?

Sie sind in Smartphones, Laptops und Digitalkameras genauso enthalten wie in Akkubohrern oder E-Bikes: Lithium-Akkus, die viele Vorteile gegenüber anderen Stromspendern bieten, aber auch hitzeempfindlich sind und sensibel auf mechanische Beschädigungen reagieren. Von vielen Abfallwirtschaftsexperten wurde deshalb ein besonders sorgsamer Umgang bei der Entsorgung und Verwertung gefordert, um unkontrollierte Reaktionen zu vermeiden.

Mit der Neufassung der Abfallbehandlungspflichten-Verordnung (BGBl. II Nr. 102/2017) Anfang April hat der Gesetzgeber auf diese Forderungen reagiert. Ab 1.1.2018 besteht nun die Verpflichtung zur Entnahme von bestimmten Lithiumbatterien aus Elektro- und Elektronik-Altgeräten im Zuge der Sammlung.

Die Novelle tritt am 7. Oktober 2017, sechs Monate nach dem Tage ihrer Kundmachung, in Kraft. Mit der Neufassung werden bisherige Regelungen an den Stand der Technik angepasst, sowie Bestimmungen zu vermehrt als Abfall anfallenden Fraktionen (neben Lithiumbatterien auch Flachbildschirme, Kühlgeräte mit Kohlenwasserstoffen als Kühl- oder Treibmittel sowie Photovoltaikmodule) aufgenommen. Weiters werden – in Umsetzung einer entsprechenden Vorgabe des „Maßnahmenprogramms des Bundes und der Länder nach dem Klimaschutzgesetz zur Erreichung des Treibhausgasziels bis 2020“ – Anforderungen an die Lagerung von Gärrückständen aus Biogasanlagen, die Abfälle einsetzen, geschaffen.

 

Die Novelle der Abfallbehandlungspflichten-VO vom 7. April 2017 im Originaltext

http://www.ztkammer.at/uploads/file/2017/Gesetze/Abfallbehandlungspflichten_2017.pdf

...grenzüberschreitende Abfallströme in einem Kartendienst erfasst wurden?

Was früher undenkbar war, ist heute Normalität: Abfall wird nicht immer dort entsorgt, wo er anfällt. Ein neuer Kartendienst des deutschen Umweltbundesamtes macht grenzüberschreitende Abfallströme transparent.

Der ganz normale Mülltourismus

Im Vorjahr wurde bekannt, dass die italienische Hauptstadt Rom ihre Müllkrise, die nach der Schließung der riesigen Mülldeponie Malagrotta im Jahr 2013 eskalierte, mit österreichischer Hilfe bewältigen wollte. Weil die italienischen Müllverbrennungsanlagen überfordert waren, und andere italienische Regionen den Müll aus der Ewigen Stadt nicht entsorgen konnten oder wollten, fragten die römischen Behörden unter anderem in Österreich an. Das Umweltministerium stimmte schließlich der Entsorgung von 70.000 Tonnen Siedlungsabfällen im Zeitraum von Mitte Dezember 2016 bis Mitte Dezember 2017 zu, monatlich werden derzeit also mehrere tausend Tonnen römischer Hausmüll in heimischen Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet.

Gefragt: Statistiken zu Abfallströmen

Aber wie sehen die Abfallströme in Europa tatsächlich aus? Ist der grenzüberschreitende Transport von Abfällen transparent, kann er statistisch erfasst werden?

Zumeist ist in diversen Statistiken nur erkennbar, aus welchen Branchen bestimmte Abfallmengen stammen, welche Länder (bzw. Bundesländer) welche Mengen an Abfall produzieren oder wie sich der Müll zusammensetzt. So bietet etwa die Europäische Umweltagentur (EEA) entsprechende Infografiken zum Müllaufkommen in Europa an.

Besonders hoch ist die Müllimportquote seit Jahren in Deutschland. 2012 wurden hier dem Statistischen Bundesamt zufolge 5,881 Millionen Tonnen notifizierungspflichtiger Müll importiert, wovon rund drei Millionen Tonnen als gefährlicher Abfall eingestuft wurden. Der meiste Müll stammte dabei aus den Niederlanden (1,917 Millionen Tonnen) und Italien (949.000 Tonnen).

Brennpunkt: Deutschland

Für die hohe Müllimportquote der deutschen Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft gibt es triftige Gründe. Zum einen liegt Deutschland in der Mitte Europas, zum anderen ist das Niveau der deutschen Abfalltechnik besonders hoch, für manche Stoffe gibt es hier die besten Entsorgungsverfahren. Aber auch Auslastungsprobleme in einzelnen Abfallverbrennungsanlagen (ein ähnliches Problem hat zum Beispiel auch Schweden) sorgen dafür, dass viel Abfall importiert wird.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass gerade in Deutschland auch die Daten zum grenzüberschreitenden Transport von Abfällen besser erfasst werden als anderswo. So bietet das Umweltbundesamt einen Kartendienst an, der das nationale Aufkommen an Haushaltsabfällen sowie die nationale und internationale Verbringung von Abfällen detailgenau anzeigt. Vier Kategorien stehen zur Auswahl: Haushaltsabfälle (national, Gesamtmenge und Menge pro Einwohner), die notifizierungspflichtige Verbringung von Abfällen (national), die notifizierungspflichtige Verbringung von Abfällen (international) und die Verbringung nicht notifizierungspflichtiger Abfälle (international). So erfährt man zum Beispiel mit einem Klick, wie viel notifizierungspflichtigen Abfall Deutschland im Jahr 2014 aus Österreich importiert hat, nämlich 423.885 Tonnen.

In der Karte werden je nach Auswahl auch Einzelwerte für bestimmte Regionen (Bundesländer, Landkreise, große Städte) angezeigt. Auch eine Zeittafel zur grenzüberschreitenden Abfallverbringung wird auf der Website des deutschen Umweltbundesamts angeboten. Hier lässt sich erkennen, wie sich bei unseren Nachbarn die Importe, Exporte und der Transit von Abfallmengen in den Jahren ab 1993 entwickelt haben.

 

Kartendienst des Deutschen Umweltbundesamtes

http://gis.uba.de/website/apps/abf/

 

Europäische Abfallströme – Infografiken der EEA

http://www.eea.europa.eu/de/pressroom/infografiken/europas-abfallstroeme/view

 

...die Pioniere der intelligenten Müllabfuhr aus Finnland kommen?

Seit 2010 arbeitet die finnische Firma Enevo daran, die Müllabfuhr intelligenter zu machen. Der Vorteil der Pioniere aus Helsinki: Sie haben nicht nur die Technologie, sondern auch das Businessmodell, um die Entsorgung weltweit effizienter zu machen. Enevo stattet die Container mit speziellen Müllsensoren aus, die mittels Ultraschall den Füllstand messen und die Daten in Echtzeit an die Serverfarm des Start-ups schicken, von wo sie Tag für Tag in Form einer idealen Entsorgungsroute direkt an die städtische Müllabfuhr weitergegeben werden.

Das Enevo-System sammelt und übermittelt die Befüllungs-Daten permanent, es speichert die Informationen und ist in der Lage, auf der Basis von Erfahrungswerten Prognosen für den besten Zeitpunkt der Entleerung zu liefern – ein wichtiger Unterschied zu Konkurrenzsystemen, die nur den Vollzustand melden. Durch die Enevo-Software lassen sich sowohl Arbeitszeit als auch Transportkilometer einsparen, was letztlich sowohl die Entsorgungskosten (im Idealfall um bis zu 50 Prozent) als auch den CO2-Ausstoß verringert.

Mehr als 30.000 Sensoren für rund 100 Kunden hat Enevo weltweit bereits in Umlauf gebracht. Es gibt sie für Haushaltsmüll, Biomüll, Altpapier, Glas, Metall, Textil und auch für Flüssigkeiten (Chemikalien, Öle, usw.). Wobei Enevo den Entsorgern ein komplettes Dienstleistungspaket mit Sensoren und Softwarevertrag zur Verfügung stellt.

Enevo-Website:

http://www.enevo.com/

...es eine Clevere App für Entsorger gibt?

Die 1995 gegründete Zentek GmbH & Co. KG – ein Gemeinschaftsunternehmen dreier konzernunabhängiger deutscher Entsorger – ist auf die Bereiche Verpackungsmüll und Entsorgung von Elektro-Altgeräten spezialisiert und arbeitet mit anderen Entsorgungsunternehmen zusammen.

Für diese Partnerunternehmen stellt der Kölner Entsorgungsdienstleister ein Online-Portal für die digitale Abwicklung der Entsorgung zur Verfügung. Hier können die Firmen von jedem Ort und zu jeder Zeit ihre Aufträge anlegen, verwalten und einsehen. Neben einem digitalen Belegwesen steht ihnen ein umfangreiches Reporting inklusive Abfallbilanz zur Verfügung.

ZEDI: Sekundenschnelle Dokumentation per Handy

Für die digitale Dokumentation der Entsorgungsleistungen bietet Zentek den Partnern neuerdings auch die Anwendung ZEDI (Zentek Electronic Data Interchange) an. Die Software ermöglicht eine transparente, digitale und papierlose Erfassung der Leistungsverbringungen.

Der Datentransfer funktioniert per Smartphone und vorinstallierter App. Der Entsorgungspartner hält einfach sein Handy mit der ZEDI-App an einen speziell programmierten NFC-Chip (NFC: Near Field Communication) in seinem Lagerraum. Ein kurzes Tonsignal bestätigt die Standort- oder Auftragserkennung. Der Datentransfer läuft dann automatisch ab: Leistungen werden erfasst, Auftragsdaten bestätigt, sogar eventuelle Abweichungen registriert das System. Die Vorteile: Aufwandsreduzierung, schnellere Abrechnungsqualität durch die papierlose Dokumentation und Transparenz von detaillierten Analysemöglichkeiten aufgrund der verbesserten und stets aktuellen Datenbasis, denn bei jeder Synchronisation werden die Aufträge mit dem „Tag“ genannten Chip abgeglichen.

Das ZEDI-System von Zentek:

https://www.zentek.de/onlineloesungen/zedi/

Mehr zum Partner-Portal von Zentek:

https://www.zentek.de/onlineloesungen/partnerportal/

...die Abfallwirtschaftstagung 2017 im Zeichen des digitalen Wandels steht?

Auch die Abfallwirtschaft ist längst im digitalen Zeitalter angekommen. Kein Wunder also, dass die Neuauflage des heimischen Branchentreffens, die Österreichische Abfallwirtschaftstagung 2017, ganz im Zeichen von Daten, Apps und digitalen Innovationen steht.

Wie macht sich unsere Abfallwirtschaft fit für die digitale Ära? Diese Frage steht im Fokus der Österreichischen Abfallwirtschaftstagung vom 10. bis 12. Mai, die von der Gesellschaft für Wasser- und Abfallwirtschaft GmbH (GWAW) in Kooperation mit dem BMLFUW, dem Land Steiermark und der Stadt Graz veranstaltet wird. Branchenexperten, Politiker sowie Vertreter der Behörden und der Industrie erörtern in der Stadthalle Graz, wie die Digitalisierung der Gesellschaft über jüngste Entwicklungen und Innovationen auch in der Ressourcenbewirtschaftung Einzug hält.

Vier große Themenblöcke

In vier Themenblöcken bietet die Tagung einen umfassenden Überblick über jene Bereiche der Abfallwirtschaft, in denen die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken ist. Zudem geht es um die Frage, welche Bereiche zur Steigerung der Ressourceneffizienz und weiteren Optimierung einer modernen Ressourcenbewirtschaftung genutzt werden können und wo aktuell neue Datengrundlagen und Innovationen geschaffen werden. „Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft“ sowie „Die Digitalisierung der Abfallwirtschaft am Beispiel Steiermark“ werden am ersten Tag (Mittwoch) erörtert, die Blöcke „Industrie 4.0 und die Abfallwirtschaft“ sowie „Big Data für die Abfallwirtschaft“ stehen am Donnerstag auf dem Programm. Am dritten Tag werden – alternativ – zwei Exkursionen („Kunststoffsortierung und -recycling“ oder „Abfallsortierung und Altstoffsammlung“) angeboten.

Von der Datensammlung bis zu globalen Zusammenhängen

Die Themen der Eröffnungsvorträge von Dr. Harald Mahrer, Staatssekretär im BMWFW („Digitalisierung als europäisches Leitthema und Österreichs Antwort darauf“) und Prof. Ph.D. Marcel Fratzscher, DIW Berlin / Humboldt-Universität Berlin („Digitalisierung, Globalisierung und Umverteilung“) lassen bereits erkennen, dass die Digitalisierung der Abfallwirtschaft im globalen Kontext gesehen werden muss. Neben europäischen und nationalen Strategien zur Kreislaufwirtschaft und einer möglichen Energiewende, sollen in Graz auch logistische Herausforderungen, technologische Entwicklungen und wissenschaftliche Methoden im Bereich der Umwelttechnik aufgezeigt werden. Auch die Datengrundlagen der österreichischen Abfallwirtschaft und deren Einfluss auf die Entwicklung des Bundesabfallwirtschaftsplans 2017 sowie des elektronischen Datenmanagements (EDM) werden beleuchtet.

Österreichische Abfallwirtschaftstagung 2017 – Die Digitalisierung der Abfallwirtschaft

Wann?
– 10 und 11. Mai 2017
– 12 Mai 2017 (Exkursion)

Wo?
Stadthalle, 1. OG | 8010 Graz | Messeplatz 1

Veranstalter:
Gesellschaft für Wasser- und Abfallwirtschaft GmbH (eine Tochtergesellschaft des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes), 1010 Wien, Marc-Aurel-Straße 5, Tel. +43-1-535 57 20,; Fax +43-1-532 07 47

Website

Der Folder der Österreichischen Abfallwirtschaftstagung 2017 als Download

...viele Gemeinden in Österreich bereits eine Müll- oder Abfall-App anbieten?

Wie in vielen anderen Lebensbereichen hält auch bei der Müllentsorgung die Digitalisierung mit Riesenschritten Einzug. Viele Gemeinden in Österreich bieten bereits eine Müll- oder Abfall-App (z.B. „Abfall OÖ“ oder die „abfall |v-App“ für Vorarlberg) an, die an Müllabfuhr-Termine erinnert, den Weg zum nächsten Altstoffsammelzentrum weist und andere nützliche Informationen zum Thema Entsorgung liefert. Bundesweit wird Gemeinden beispielsweise die „Müll App“ (www.muellapp.com – erhältlich im App Store oder über Google Play) mit SMS-Erinnerung und Kalenderfunktion angeboten: mehr als 500 Gemeinden nutzen sie bereits. In Wien steht seit November 2012 allen Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzern (Android und iOS) die „MA 48 Mist App“ („48er-App“) gratis zum Download zur Verfügung. Die Anwendung bietet unter anderem die wichtigsten Informationen zur Entsorgung von Abfällen in Wien, ein „Mist-ABC“ als Ratgeber für den richtigen Entsorgungsweg und einen Kalender, der über die nächsten Sammeltermine der mobilen Problemstoffsammlung informiert. Mit nur wenigen Handgriffen können jederzeit und an jedem Ort Informationen zur Mülltrennung eingeholt werden, oder bei Fragen die MA 48 kontaktiert werden.

Mehr zur Wiener 48er-App

Müll App

 

... die digitale Müllabrechnung in über 70 Gemeinden bereits Realität ist?

Das Tiroler Unternehmen DAKA bietet in all jenen Gemeinden, die auf das digitale System des Schwazer Anbieters setzen, einen besonders „smarten“ Service an: Es wird nur für den Müll bezahlt, der im Haushalt auch wirklich anfällt. Für die verursachergerechte Erfassung und Abrechnung der Entsorgung sind die Müllsammelfahrzeuge des Unternehmens mit einem speziellen Verwiege-System und die Mülltonnen der einzelnen Haushalte mit einem Chip ausgestattet. Fährt der Müllwagen vor und wird die Tonne geleert, kann exakt erfasst werden, wie viel Abfall der Haushalt verursacht hat. Die Daten werden direkt an die Gemeinden übermittelt, am Quartalsende erhält jeder Haushalt seine individuelle Rechnung. Über 70 Gemeinden nutzen bereits dieses moderne Bürgerservice, das auch die Klagenfurter Müll-App (www.muellapp.com) mit einschließt: Sie erinnert rechtzeitig übers Smartphone daran, die Mülltonne rauszustellen …

Website des Entsorgungsunternehmens DAKA

...Weihnachten auch nachhaltig gefeiert werden kann?

Im Zentrum eines nachhaltigen Weihnachtsfestes steht naturgemäß der Christbaum. Importierte Bäume aus riesigen Weihnachtsbaumkulturen bedeuten in der Regel ökologische Probleme und tonnenweise Müll. Durch die eingesetzten Pflanzenschutzmittel, aber auch durch die weiten Transportwege, wird die Umwelt belastet. Wer umweltbewusst handelt, kauft einen Christbaum aus der Region, einen Bio-Christbaum bzw. einen Fair Trade Weihnachtsbaum, etwa von „Fair Trees“. Informationen zu ökologisch unbedenklichen Christbäumen aus Österreich finden Sie auf www.umweltberatung.at und www.weihnachtsbaum.at.

Geschenkpapier ist nicht gleich Geschenkpapier

Ein weiterer Schritt zu einem nachhaltigen Fest ist entweder der Verzicht auf Geschenkpapier oder der Griff zu umweltfreundlichem Papier. „Green Paper“ bietet zum Beispiel der deutsche Hersteller Disegno www.disegno.de an. Generell gilt: Achten Sie beim Kauf von Recycling-Geschenkpapier auf Gütesiegel wie den „Blauen Engel“.

X-mas in Vienna – und der Müll danach

In Wien bietet zudem die MA 48 mit dem Wiener Weihnachtssack eine umweltfreundliche Alternative zum Geschenkpapier an, erhältlich ist er u.a. auf den Wiener Mistplätzen, dem 48er-Basar und bei den Blumengärten Hirschstetten. Auch kreative, selbstgebastelte Verpackungen bieten sich als Alternative an. Und falls es ganz schnell gehen muss, gibt’s immer noch den Klassiker des ökologischen Geschenkpapier-Ersatzes: Zeitungspapier.

Apropos MA 48: Alle Jahre wieder ist die Wiener Müllabfuhr rund um den Jahreswechsel im Großeinsatz. Zu den Weihnachtsfeiertagen steigt das Müllvolumen in der Bundeshauptstadt im Schnitt um zehn Prozent an, rund 550 Tonnen Restmüll und 300 Tonnen Altpapier müssen zusätzlich entsorgt werden.

Nicht jedes Lichtlein brennt umweltfreundlich

Sogar der weihnachtliche Kerzenschein ist in der Regel ökologisch bedenklich. 95 Prozent der Kerzen werden aus preiswertem Paraffin hergestellt, welches in aufwändigem Verfahren aus Erdöl gewonnen wird. Bei der Verbrennung entsteht Ruß, der gesundheitsschädlich ist. Alternativen sind Kerzen aus Bienenwachs oder Stearinkerzen, die aus tierischen und pflanzlichen Fetten bestehen.

 

Weitere Links:

 

 

...nachhaltige Handys, Restaurants und Events schon längst machbar sind?

Der Smartphone- und Handyabsatz steigt konstant, weltweit werden mittlerweile rund 1,5 Milliarden Geräte pro Jahr verkauft. Da die meisten User immer auf dem neuesten Stand der Technik sein wollen, legen sie sich alle zwei Jahre ein neues Handy zu.Entsprechend viel Elektroschrott fällt deshalb weltweit durch ausgediente Geräte an, 2014 waren es knapp 42 Millionen Tonnen an Smartphone-Abfällen (Quelle: Greenpeace). Umso wichtiger ist es daher, dass die Umweltbelastungen durch Herstellung und Entsorgung weiter abnehmen.

„Green IT“: Die Ära des Fairtrade-Handys

Mit dem Fairphone kam Ende 2013 erstmals ein Mobiltelefon auf den Markt, das unter möglichst fairen Bedingungen hergestellt wird. Im Vorjahr reichte der niederländische Hersteller das Nachfolgemodell Fairphone 2 nach. Bei diesem Modell wurde vor allem auf eine lange Lebensdauer Wert gelegt. Die Langlebigkeit soll die Nachhaltigkeit der Geräte erhöhen und Ressourcen schonen. Der Schlüssel dafür ist die modulare Bauweise des Handys: Sie ermöglicht bei einer Reparatur den einfachen Austausch von Bauteilen und hilft damit, nicht nur Geld zu sparen, sondern auch elektronische Abfälle zu reduzieren.

Gastronomie: „Green Chefs“ für mehr Nachhaltigkeit

Initiativen zum nachhaltigen Wirtschaften und zu nachhaltigen Produkten gibt es natürlich nicht nur im IT-Bereich. So hat etwa 2015 der Hamburger PR-Fachmann Jan-Patrick Timmer zusammen mit gleichgesinnten Gastronomen die grenzübergreifende Organisation der „Green Chefs“ ins Leben gerufen. Sie hilft Gastronomen beim nachhaltigen Wirtschaften, bei der Reduktion des CO2-Verbrauchs sowie beim Einsparen von Energie- und Entsorgungskosten. Auch die Gäste lernen, wie man verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umgeht. In Österreich haben sich u.a. das bekannte Bio- und Wellnesshotel „Stanglwirt“ in Tirol und das Wiener Szenelokal „Motto am Fluss“ den „Green Chefs“ angeschlossen.

„Green Events“: Leitfaden vom Ministerium

Auch die Veranstalter von „Green Events“ finden heute viel Unterstützung dabei, möglichst nachhaltige Feste und Veranstaltungen zu organisieren. Das österreichische Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) hat die wichtigsten Maßnahmen zur Umsetzung von „Green Events“ übersichtlich zusammengefasst.

 

Links:

Mobiltelefone-Ranking

Das Fairphone liegt in diversen Nachhaltigkeits-Rankings seit 2014 vorn, so etwa in der Kategorie „Mobile Phones Ethical Rankings“ (Schwerpunkt: Umwelt, Arbeitsbedingungen, Firmenengagement, Produktkriterien)

www.thegoodshoppingguide.com/ethical-mobile-phones/

www.ethicalconsumer.org/ethicalreports/mobilesreport.aspx

und im Bereich „Nachhaltigkeit/Firmenstandards/Umweltschutz“

www.rankabrand.de/elektronik

Im Ranking von „Greenpeace‘ Green Gadgets“ zu Inhaltsstoffen (Sept. 2014) ist das Fairphone noch nicht berücksichtigt.

www.greenpeace.org/international/Global/international/publications/toxics/2014/Green%20Gadgets.pdf

 

Website der „Green Chefs“

www.green-chefs.de

 

Kriterien des BMLFUW für „Green Events“

www.bmlfuw.gv.at/umwelt/nachhaltigkeit/green-events/initiative/zsmf-kriterien.html

...Österreich bei der Elektroschrott-Sammlung weiter im EU-Spitzenfeld liegt?

Stolze 79.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden im Vorjahr bei den österreichischen Sammelstellen abgegeben. Laut EAK (Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria) bedeutet das im Vergleich zu 2014 eine Steigerung von drei Prozent, die Pro-Kopf-Sammelmenge stieg im gleichen Zeitraum von ca. 9,1 auf 9,27 Kilo.

Einmal mehr hat Österreich damit das in der WEEE-Richtlinie der EU vorgegebene Sammelziel deutlich übererfüllt. Und das ist kein Zufall, denn dem Umweltministerium zufolge hat Österreich mit 2.100 Sammelstellen „das dichteste Sammelnetz Europas“.

Viele Altgeräte landen im Ausland

Ein Problem orten die Verantwortlichen jedoch nach wie vor: die illegale Sammlung und Ausfuhr von Elektroaltgeräten ins nahegelegene Ausland, vornehmlich nach Osteuropa. Rund 15.000 Tonnen Elektroschrott wurden auch im Vorjahr außerhalb von Österreich entsorgt. Wie EAK-Geschäftsführerin Elisabeth Giehser bei der Vorstellung des aktuellen Tätigkeitsberichts 2015 vor Journalisten in Wien anmerkte, erwächst der heimischen Wirtschaft dadurch ein Schaden in der Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages. Zusammen mit den vielen Altautos, die ins Ausland verschoben werden, wird daraus ein dreistelliger Millionenbetrag.

Zum wirtschaftlichen Schaden für Österreich kommt noch die problematische Entsorgung im Ausland. Was nicht mangels Verwertbarkeit schon auf dem Weg zur Grenze im Straßengraben landet, wird im Ausland häufig unsachgemäß und ökologisch gefährlich entsorgt, warnt Reinhard Mang, Generalsekretär im Agrar- und Umweltministerium, vor den „Sammelbrigaden“ aus osteuropäischen Ländern.

Österreichs Sammelquote muss weiter steigen

Nach Schätzungen der EAK wird die Pro-Kopf-Sammelquote der Österreicher durch illegale Elektroschrott-Ausfuhr jährlich um 1,1 Kilo verringert. Zuletzt hatte dieser Verlust keine großen Auswirkungen auf Österreichs Erfolgsbilanz im EU-Vergleich. Die heimische Sammelquote liegt bei über 50 Prozent der Elektrogeräte, die in den letzten drei Jahren im Verkehr gebracht wurden – die EU-Richtlinie wurde damit stets übererfüllt. Doch schon ab 2016 fordert die EU von allen Beitrittsländern verpflichtende Sammelquoten von 45 Prozent bei Elektroaltgeräten ein. Ab 2019 müssen es mindestens 65 Prozent sein, wobei dann zusätzlich auch Altmetall in die Quote miteinbezogen wird. Um die bevorstehenden strengeren Sammel-Vorgaben erfüllen zu können, sollte die 2015 erzielte Sammelmenge laut EAK um ein Drittel steigen. Das würde bedeuten, dass pro Kopf mindestens 12 Kilo – also drei Kilo mehr als bisher – gesammelt werden müssen.

Marion Mitsch, Geschäftsführerin des UFH, weiß um die Schwere der Aufgabe: „Die erhöhte Sammelquote ab 2019 ist eine große Herausforderung, doch Österreich hat sich im Bereich Recycling immer schon durch eine hohe Qualität ausgezeichnet. Wir müssen diesen Weg gemeinsam gehen, um weiterhin auf Top-Niveau agieren zu können.“

Altbatterien-Sammlung im grünen Bereich

Auch bei Altbatterien konnte Österreich die Sammelquote zuletzt deutlich steigern. Knapp 2.300 Tonnen Altbatterien wurden im Vorjahr gesammelt, was einer Steigerung um zehn Prozent gegenüber 2014 entspricht. Die durchschnittliche Sammelmenge pro Kopf stieg auf 0,27 Kilo Altbatterien.

Kampagnen und Broschüren

Die EAK will künftig mit Kampagnen und Broschüren verstärkt auf den richtigen Umgang mit verwertbarem Abfall aufmerksam machen und dabei auch das Umweltministerium sowie die Kommunen einbinden. Nachholbedarf sieht Geschäftsführerin Elisabeth Giehser vor allem in den Städten, wo die Recyclingquoten hinter den ländlichen Regionen zurückliegen.

...der illegale Müllexport kaum zu stoppen ist?

Elektroaltgeräte enthalten wertvolle Ressourcen, die von der heimischen Abfallwirtschaft verwertet werden können. Wenn Elektroschrott über dunkle Kanäle in osteuropäischen Nachbarländern landet, schadet das aber nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Umwelt, weil eine fachgerechte Entsorgung und ein hoher Recyclingstandard nicht in allen EU-Ländern gegeben sind.

Der Müllexport durch Sammelbrigaden ist zudem illegal, Grundlage dafür ist das österreichische Abfallwirtschaftsgesetz. Dennoch finden nach Schätzung der EAK (Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria) jährlich rund 15.000 Tonnen Elektroaltgeräte den Weg ins Ausland, was der heimischen Recyclingwirtschaft einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe zufügt. Vor allem in den Grenzgebieten im Osten und Südosten Österreichs werden häufig ausrangierte Waschmaschinen, Fernseher, Kühlschränke, PCs und dergleichen mehr einfach vor die Haustür gestellt und von Sammlern abtransportiert.

Bewusstseinsbildung im Fokus

Die EAK hat in diesem Zusammenhang bereits 2014 eine Infokampagne gestartet, die zum „Stopp des illegalen Abfallexports“ aufruft. VertreterInnen der Abfallwirtschaft sollen im Rahmen einer eigens gegründeten Plattform Strategien zur Vermeidung des illegalen Abfallexports erarbeiten.

Allein der Erfolg lässt noch zu wünschen übrig. Konkrete Maßnahmen gegen den illegalen Abtransport von Elektroschrott fehlen genauso wie Maßnahmen gegen den illegalen Schrottexport, zu dem vor allem der Verkauf von Altautos an nicht befugte Sammler und Entsorger zu zählen ist. Es ist Aufgabe der Politik, die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz der heimischen Wirtschaft zu schaffen.

...das UFH die Funktion des Bevollmächtigten für Online-Händler anbietet?

Bedingt durch immer kürzere Innovationszyklen sind Elektro- und Elektronikgeräte eine schnell wachsende Abfallquelle. Deshalb hat sich zuletzt auch die Rechtslage für den grenzüberschreitenden Handel mit Elektrogeräten im Hinblick auf die Rücknahme von Altgeräten und das Recycling deutlich verschärft. In Österreich wurde die Richtlinie 2012/19/EU über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE-Richtlinie) 2014 durch die Novelle der Elektroaltgeräteverordnung (EAG-VO) in nationales Recht umgesetzt. Seither sind ausländische Online-Händler verpflichtet, einen Bevollmächtigten in Österreich zu bestellen, wenn sie Elektrogeräte an heimische Endverbraucher verkaufen. Ähnliche Regelungen gibt es auch in anderen EU-Ländern (z.B. Italien, Spanien und Polen).

Vor allem für deutsche Online-Händler ist Österreich ein bedeutender Zielmarkt. Verkaufen sie diese Elektrogeräte nach Österreich, müssen sie sich über das EDM (Elektronisches Daten Management) registrieren und die erforderlichen Meldungen abgeben.

Diese Unternehmen können das UFH als Bevollmächtigten ernennen, um ihren Entsorgungsverpflichtungen in Österreich nachzukommen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das UFH kümmert sich um die Meldung an die Behörde, bietet Sammelstellen in ganz Österreich an und garantiert die Verwertung sowie umweltgerechte Entsorgung der Altgeräte.

 

Links:

 

 

 

...die Weichen für die Kreislaufwirtschaft in der EU bereits gestellt sind?

Seit über einem halben Jahr befindet sich das neue Kreislaufwirtschaftspaket der EU-Kommission im Stadium der Begutachtung. Grundsätzliche Punkte wie der verpflichtende Ausbau des Recyclings von Siedlungs- und Verpackungsabfällen bis 2030, das Bekenntnis, bis 2020 eine Reduktion des Meeresmülls um bis zu 30 Prozent zu erzielen oder die verstärkte Dokumentation von gefährlichen Chemikalien in Produkten finden in den bisherigen Stellungnahmen allgemein Anklang. Von vielen Umwelt- und Wirtschaftsverbänden sowie EU-ParlamentarierInnen wurde der vorliegende Entwurf allerdings auch kritisiert. Verbindliche Regelungen zur Abfallvermeidung, Wiederverwendung und zum Ressourcenschutz würden fehlen, auch die Nicht-Berücksichtigung von Mehrwegsystemen und das Fehlen eines generellen Deponieverbots oder konkreter Vorgaben zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung wurden moniert.

Weitreichende Regelungen geplant

Abgesehen von den Richtlinien für Abfallvermeidung, Recycling, Verpackung und Deponierung sind vom neuen Kreislaufwirtschaftspaket auch Bereiche wie der Produktionsprozess, das Produktionsdesign oder das Waste Management betroffen. Von der Herstellung bis zur Entsorgung werden alle Akteure in die Pflicht genommen: Vorgesehen sind Maßnahmen in allen Phasen des Lebenszyklus eines Produkts, von der Herstellung bis zum Verbrauch, von der Abfallbewirtschaftung bis hin zum Markt für Sekundärrohstoffe. Konkret sind auf Seiten der Produzenten Maßnahmen zum intelligenten Produktdesign, zur Wiederverwendung und Reparatur von Produkten, zum Recycling und zum nachhaltigen Konsum ebenso enthalten wie Vorgaben zur Abfallbewirtschaftung, zu Recyclingraten, zum intelligenten Rohstoffeinsatz und zur Stärkung der Märkte für Sekundärrohstoffe.

Was die Kreislaufwirtschaft bringen soll

Das wirtschaftliche Potenzial einer realisierten Kreislaufwirtschaft zur Senkung der EU-weiten Ressourcenausgaben – durch Abfallvermeidung, Ökodesign, Wiederverwendung, etc. – wird auf bis zu 600 Milliarden Euro jährlich bzw. acht Prozent des Jahresumsatzes aller Unternehmen in der EU geschätzt. Gleichzeitig sollen durch die Maßnahmen die Treibhausgasemissionen um bis zu vier Prozent reduziert werden.

Designoptimierung in der Kritik

In der ersten Stufe des Produktlebenszyklus – im Produktdesign – beabsichtigt die Kommission auch, umweltfreundliches Design von Produkten stärker zu fördern, um diese reparatur- und recyclingfreundlicher sowie langlebiger zu gestalten. Dem Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) gehen diese Vorgaben des EU-Kreislaufwirtschaftspakets jedoch zu weit.

„Wir setzen uns dafür ein, dass Hersteller in jedem Fall die Freiheit haben sollten, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Produkte entwerfen“, erklärt Manfred Müllner, stellvertretender FEEI-Geschäftsführer. „Die Hausgeräteindustrie arbeitet ständig an innovativen Lösungen, um ihre Produkte zukünftig ohne gefährliche Stoffe herzustellen und um Recyclingverfahren und die Verwendung von Sekundärrohstoffen zu erleichtern. Das jedoch zu gewährleisten, benötigt mehr Einsatz.“ So wie der Aktionsplan der EU formuliert sei, fokussiere er starr auf umweltgerechte Gestaltung und behindere damit Innovationen, ist Müllner überzeugt.

... die Jubiläums-IFAT für das UFH ein voller Erfolg war?

Die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft in München feierte heuer ihr 50-jähriges Jubiläum. Das UFH war dabei.

Rund 138.000 Besucher aus mehr als 170 Ländern besuchten vom 30. Mai bis 3. Juni die 50. Ausgabe der IFAT. Die Messe schrieb über die Jahre eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte und dient heute für viele Aussteller und Fachbesucher aus der ganzen Welt als wichtige Innovations- und Networking-Plattform. 3.097 ausstellende Unternehmen aus insgesamt 59 Ländern zählte man heuer in München. Österreich hat einen festen Platz unter den Top Ten der Besucherländer – auch das UFH war heuer wieder mit einer eigenen „Delegation“ auf dem internationalen Branchentreff vertreten. Die 51. IFAT findet von 14. bis 18. Mai 2018 in München statt.

IFAT Website:
www.ifat.de

... Abfall unsere größte Rohstoffquelle ist?

Globaler Rohstoffverbrauch steigt dramatisch

Mit einem jährlichen Rohstoffabbau von 68 Milliarden Tonnen entnimmt der Mensch der Erde heute fast zehnmal mehr Ressourcen als noch im Jahr 1900. Der Löwenanteil entfällt dabei auf Asien (48 Prozent), gefolgt von Nordamerika (19 Prozent), Europa und Lateinamerika (jeweils 13 Prozent) sowie Afrika (9 Prozent). Beim Verbrauch von Rohstoffen führen allerdings die Amerikaner mit 88 Kilogramm pro Kopf und Tag vor den Europäern (43 kg). Österreich liegt mit 66 kg über dem europäischen Durchschnitt (Quelle: Lebensministerium, Ressourceneffizienz-Aktionsplan – REAP).

Die mineralischen und fossilen Rohstoffreserven unseres Planeten sind allerdings limitiert. Vor allem in den europäischen Industrieländern muss es deshalb das erklärte Ziel sein, eine Wirtschaft aufzubauen, die nicht auf steigenden Ressourcenverbrauch angewiesen ist. Das bedeutet den Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, in der Recycling und Wiederverwendung eine zentrale Rolle zukommt.

Elektroaltgeräte als Rohstoff der Zukunft

Müllberge sind also die Rohstofflager der Zukunft. Und Elektroaltgeräte sind das am schnellsten wachsende Abfall-Segment im EU-Raum – der Elektroschrott-Anteil innerhalb der EU steigt jährlich um 3 bis 5 Prozent. „Zum einen beinhaltet Elektroschrott Materialien, die schädlich für die Umwelt sein können, wenn sie nicht fachgerecht behandelt werden. Zum anderen bietet fachgerechtes Recycling von Elektroaltgeräten enorme Möglichkeiten, wertvolle Sekundärrohstoffe zu gewinnen und in den Stoffkreislauf zurückzuführen“, erklärt Marion Mitsch, Geschäftsführerin des UFH. „Die derzeitige Situation zeigt allerdings, dass eu-weit lediglich 35 Prozent der Elektroaltgeräte in offizielle Sammel- und Recyclingsysteme zurückgeführt werden.“

Hohe Sammelquote in Österreich

Das Potenzial für Sekundärrohstoff aus Altgeräten ist gewaltig. „Wir müssen uns bewusst werden, dass der Müll unsere größte Rohstoffquelle ist“, betont Marion Mitsch. Allein in Österreich wurden 2015 über 78.000 Tonnen Elektroaltgeräte gesammelt, allen voran große Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen. . Dies entspricht knapp der Hälfte der auf den Markt gebrachten Produkte. Die gesammelten Geräte werden fast zur Gänze in Österreich verwertet. Mit neun Kilogramm gesammelten Elektroschrott pro Einwohner rangiert Österreich im europäischen Spitzenfeld.

UFH setzt Qualitätsstandards für optimiertes Recycling

Als Qualitätssystem für die Sammlung und Entsorgung von Elektroaltgeräten in Österreich und Gründungsmitglied des WEEE Forums (Vereinigung europäischer Sammel- und Verwertungssysteme für Elektro- und Elektronikgeräte) engagiert sich das UFH auch auf EU-Ebene stark für einheitliche, hohe Recyclingstandards, um so die Rückführung von Altgeräten in den Stoffkreislauf zu optimieren. Marion Mitsch: „Die 28 EU-Länder haben die EU-Richtlinie auf sehr unterschiedliche Weise in nationales Recht umgesetzt. Im WEEE Forum setzen wir uns dafür ein, die Qualität mittels Standards und Zertifizierungen stetig zu verbessern.“

... WEEELABEX jetzt den Status einer akkreditierten Stelle hat?

Im Mai 2016 wurde der WEEELABEX-Organisation mit Sitz in Prag der Status einer akkreditierten Stelle verliehen. WEEELABEX wird damit für unabhängige Auditoren noch attraktiver, da diese nun offiziell unter dem „Schirm“ der Organisation tätig werden können.

Der Pool an Auditoren kann damit weiter ausgebaut und die Qualität der Auditoren auf konstant hohem Niveau gehalten werden. Anlagenbetreiber, sogenannte WEEE Operator, die sich den Anforderungen von WEEELABEX stellen, und deren Auftraggeber (z.B. WEEE System) treiben somit den „Standard of Excellence“ weiter voran.

WEEELABEX Website:
www.weeelabex.org

... Reclay UFH ab 2018 neun Sammelregionen für Verpackungsabfälle betreuen wird?

Zum ersten Mal seit der Liberalisierung des Marktes der Verpackungslizenzierung erfolgte Anfang Mai die Vergabe der Sammelregionen zwischen allen Marktteilnehmern durch das zuständige Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW). Entsprechend ihres Marktanteils erhielt die Reclay UFH GmbH neun Regionen. Ab dem 1. Jänner 2018 wird sich das Unternehmen als Ausschreibungsführer um die Sammlung der haushaltsnahen Verpackungsabfälle in Kärnten (Hermagor und Feldkirchen), Salzburg (Tamsweg), Steiermark (Voitsberg), Oberösterreich (Freistadt, Grieskirchen und Steyr-Land) sowie Niederösterreich (Korneuburg und Amstetten) kümmern. Reclay UFH sorgt damit für die Verwertung der Abfälle von insgesamt einer halben Million Menschen.

Zur gesamten Reclay UFH Presseaussendung „Neuvergabe der Sammelgebiete für Verpackungsabfälle“

... Reclay UFH seit Anfang 2015 am Markt für Verpackungsentsorgung aktiv ist? Marion Mitsch und Walter Tanzer sprechen über ihre Lessons Learned.

Seit Anfang 2015 ist Reclay UFH am Markt für Verpackungsentsorgung aktiv. Marion Mitsch, Geschäftsführerin des UFH, und Walter Tanzer, Geschäftsführer Reclay UFH über ihre Lessons Learned in einem lange Zeit regulierten Markt:

 

  1. Was hat die Öffnung des Verpackungsmarkts bislang an Verbesserung gebracht?

Den Kunden hat es eine deutliche Dienstleistungsverbesserung gebracht und auch die Preise konnten relativ gesenkt werden. Relativ deshalb, weil es zwar eine Verteuerung durch die Einführung der Abgeltungsverordnung gegeben hat, diese jedoch nicht vollständig an den Kunden weitergegeben wurde.

 

  1. Wie hoch war der Aufwand für die Umsetzung?

Hoch, unser gesamtes Investment für die Marktöffnung lag bei etwa 4,5 Mio. Euro. Wir sind sicher, dass wir jetzt gut ein Jahr nach der Marktöffnung positive Zahlen schreiben. Ausruhen können wir uns allerdings nicht, denn der Aufwand für einen reibungslosen Betrieb eines Sammel- und Verwertungssystems ist sehr hoch und eine qualitativ hochwertige Kundenbetreuung benötigt engagiertes und qualifiziertes Personal.

 

  1. Was ist das Ziel und wie viel ist davon schon erreicht?

Ziel der Reclay UFH ist es, bis 2020 20 Prozent Marktanteil zu erreichen. Derzeit liegen wir bei etwa 10 Prozent, haben also noch einen weiten Weg zu gehen. Wir sind aber zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Hatten wir im Jahr 2014, also ein Jahr vor der Marktöffnung, noch ein verwaltetes Lizenzvolumen von 7,9 Mio. Euro, liegen wir im Jahr 2016 bereits bei 16,0 Mio. Euro.

 

  1. Welche spürbaren Vorteile haben sich für Unternehmen und Konsumenten ergeben?

Der Vorteil für Unternehmen liegt in der Verbesserung des Serviceangebotes zu relativ günstigen Konditionen. Unternehmen haben nun auch die Möglichkeit, bei einem einzigen Ansprechpartner sämtliche Entsorgungsdienstleistungen für Verpackung, Elektroaltgeräte und Batterien in Anspruch zu nehmen. So müssen die Kunden von Reclay UFH nur noch ihre Verkaufszahlen melden und können damit den gesamten internen Aufwand der Stammdatenerfassung (Verpackungsgewichte) und deren Aktualisierung bei Produktänderungen an uns auslagern. Diesen Service bieten wir mittlerweile nicht nur in Österreich an, sondern auch in Deutschland und seit Mitte 2016 auch in der Slowakei.

Für Konsumenten hat sich nicht wirklich etwas geändert. Die Möglichkeit, seine Verpackungen in den Sammeleinrichtungen zu entsorgen, ist gleich geblieben, einzig die Finanzierung dahinter hat sich geändert.

 

Die Reclay UFH GmbH ist seit 2010 das alternative System für gewerbliche Verpackung und sorgt mit der Öffnung des Marktes seit 2015 auch im Haushaltsbereich für mehr Wettbewerb. Kunden des UFH profitieren durch die Partnerschaft mit Reclay von einem umfassenden Service aus einer Hand.

... Lithium ein spannendes Thema für das UFH ist?

Sie sind der gefragteste Stromspeicher der Zukunft: Leistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien, die in Elektrofahrzeugen, aber auch als Speicher für Strom aus Wind und Sonne zum Einsatz kommen. Das UFH befasst sich bereits intensiv mit dem Thema und arbeitet an den Rahmenbedingungen für eine umweltgerechte Sammlung und Verwertung mit.

Lithium-Ionen-Batterien werden heute schon standardmäßig in Smartphones, Laptops, Werkzeugen, Rasenmähern, Elektroautosund auch vermehrt in der Medizintechnik verbaut. Das Metall Lithium gilt bereits als „Öl der Zukunft“, der Preis für den gefragten Rohstoff, der etwa aus Gesteinen wie Pegmatiten oder aus Salzlösungen gewonnen wird, ist in den letzten Monaten entsprechend stark angestiegen.

Hinzu kommt noch, dass die Lithium-Ionen-Technologie auch als Speicher für Strom genutzt wird. Energiekonzerne setzen bereits Lithium-Ionen-Batterien ein, um Schwankungen beim Angebot von Wind- und Solarstrom auszugleichen, und auch für Besitzer von Solaranlagen werden im kleineren Maßstab entsprechende Stromspeicher angeboten.

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen

Die steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien in privaten Haushalten macht auch in Österreich neue Regelungen für Sammlung, Transport, Entsorgung und Recycling der Stromspeicher nötig. Einerseits sind in diesem Bereich nachhaltige Lösungen gefragt, andererseits ist der Umgang mit Lithium-Batterien besonders sensibel: Die fachgerechte Lagerung und Entsorgung hat Vorrang, denn mit steigender Energiedichte steigt bei einem Kurzschluss gleichzeitig die Gefahr von Bränden.

Das Thema „Lithium-Ionen-Batterien“ wird deshalb die Abfallwirtschaft hierzulande in den kommenden Jahren stark beschäftigen, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die fachgerechte Sammlung und Entsorgung sind neu zu definieren. Noch heuer soll beispielsweise die Abfallbehandlungspflichtenverordnung neu geregelt werden – es gibt dazu bereits einen Begutachtungsentwurf. Das UFH befasst sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema und arbeitet an einer optimalen Lösung für die Zukunft.

Interessantes Detail am Rande: das vermutlich größte Lithium-Vorkommen in Europa wurde in der Kärntner Koralpe entdeckt. Durch Probebohrungen wurden hier 2013 rund 18 Mio. Tonnen Erz mit durchschnittlich 1,6 Prozent Lithiumoxid nachgewiesen, weitere zehn Mio. Tonnen werden vermutet.

... es sehr interessante Forschungsprojekte im Bereich der Lithium-Ionen-Technik gibt?

Forschungsvorhaben Post-Lithium-Ionen-Technik

Wie jeder Rohstoff ist auch Lithium nicht unbegrenzt verfügbar. Der Post-Lithium-Ionen-Technik widmet sich etwa ein vielversprechendes Forschungsprojekt, das am Batterieforschungszentrum MEET der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster koordiniert wird. Beteiligt sind Teams des Forschungszentrums Jülich, des Helmholtz-Instituts „Ionics in Energy Storage“ in Münster (HI MS), der Technischen Universität Braunschweig, der Justus-Liebig-Universität Gießen und weitere Kooperationspartner. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund drei Millionen Euro gefördert.

Geforscht wird auch am Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) im US-Bundesstaat Washington, wo man mit Zink-Mangan-Batterien eine höhere Energiedichte erreichen will. Die Rohstoffe sind vergleichsweise billig, die Batterien haben nach Angaben der Forschergruppe das Potential, leistungsstärker, günstiger und sicherer zu sein als Lithium-Ionen-Batterien. Jüngsten Berichten zufolge wurden am PNNL im Unterschied zu früheren Tests erstmals praxistaugliche Zink-Mangan-Batterien mit praktisch unbegrenzten Ladezyklen getestet.

Website des LithoRec-Projekts der TU Braunschweig

Höhere Recyclingquote für Lithium-Ionen-Batterien

Doch alternative Ansätze wie dieser bewegen sich noch im Bereich der Grundlagenforschung. Bei den Lithium-Ionen-Batterien der Gegenwart geht es um Verbesserungen im Detail – und dazu gehört auch das Recycling.

Einen wichtigen Erfolg erzielte zuletzt die Technische Universität Braunschweig, die Ende 2015 eine neuartige Demonstrationsanlage zum Recycling der Stromspeicher in Betrieb nahm. In der Pilotanlage werden Lithium-Ionen-Batterien aus Elektroautos demontiert, entladen und so aufbereitet, dass Recyclingquoten von über 75 Prozent pro Batteriesystem erzielt werden. Der derzeitige Stand der Technik liegt bei unter 60 Prozent. Das patentierte Verfahren ist Teil des LithoRec II-Projekts zur Entwicklung und Erprobung eines Recyclingprozesses für Lithium-Ionen-Altbatterien (LIB) aus Elektrofahrzeugen.

Website des LithoRec-Projekts der TU Braunschweig

 

... das Fraunhofer-Institut an einer neuen Methode für ein wirtschaftliches LED-Recycling arbeitet?

LED-Leuchtmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Was noch fehlt, ist ein geeignetes Recyclingverfahren, um die wertvollen Materialien in ausgedienten Leuchtdioden zu trennen und wirtschaftlich zu verwerten. Eine neue Methode des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC soll hier Abhilfe schaffen.

LEDs (engl.: light-emitting diodes; dt.: Licht-emittierende Dioden) kommen heute in Leuchten, Fernsehern und Autoscheinwerfern bereits massenhaft zum Einsatz. Dementsprechend steigt auch die Menge an LED-Leuchtmitteln im Elektronikabfall rasant an.
Beim Recycling gibt es allerdings noch Aufholbedarf. Vor allem im Inneren der Leuchtdioden sind wertvolle Rohstoffe verbaut, deren Rückgewinnung aufwändig ist: Indium und Gallium in der Halbleiterdiode und Seltene Erden wie Europium oder Terbium im Leuchtstoff. Derzeit müssen noch viele ausgediente LED-Produkte für eine spätere Verwertung gelagert werden, weil es dafür keinen geeigneten Recyclingprozess gibt.

Das könnte sich bald ändern, denn die Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC arbeitet an einer vielversprechenden Methode für ein wirtschaftliches LED-Recycling. Die Forscher setzen dabei auf die „elektrohydraulische Zerkleinerung“ der Leuchtdioden. Statt die Leuchtmittel wie bei einem herkömmlichen mechanischen Verfahren zu zerkleinern bzw. zu zermahlen, werden die Lampen in ihre Einzelteile zerlegt, ohne die LEDs zu zerstören. Druckwellen elektrischer Impulse lösen in einem Wasserbad die einzelnen Komponenten mechanisch exakt an ihren Sollbruchstellen ab, die Bauteile können dann separat verwertet werden.
Die saubere Trennung der Bauteile ist entscheidend, will man den Recyclingprozess wirtschaftlich gestalten. Durch das Auftrennen in die einzelnen Komponenten lassen sich größere Mengen der in der LED enthaltenen Stoffe leichter zurückgewinnen.

… Elektroaltgeräte als Quellen für Sekundärrohstoffe immer mehr an Bedeutung gewinnen?

Wir leisten einen wichtigen Beitrag zur Umwelt: Defekte und ausgediente Elektroaltgeräte gewinnen als Quellen für Sekundärrohstoffe immer mehr an Bedeutung. Die Verwertung von Elektrogroßgeräten läuft in verschiedenen Stufen ab. Vor dem eigentlichen Recyclingprozess müssen die Geräte schadstoffentfrachtet werden. Dabei werden schadstoffhaltige Bauteile wie Kondensatoren, Quecksilberschalter, Leiterplatten oder Batterien entnommen und gesondert behandelt. Der Rest wird als Mischschrott in Shredderanlagen zerkleinert und anschließend durch großteils automatische Sortiervorgänge weiter aufgetrennt, um möglichst sortenreine Sekundärrohstoffe zu erhalten. Hauptbestandteil der Elektrogroßgeräte, mit über 60 Prozent, sind Eisen-Metalle, weiters enthalten sind Kunststoffe und Nichteisen-Metalle.

… ein Querstromzerspaner oder Smasher Elektrokleingeräte zerkleinert?

Die Schadstoffentfrachtung von Elektrokleingeräten erfolgt abhängig von der Aufbereitungsanlage in einem vor- bzw. nachgelagerten Schritt, bei dem manuell schadstoffhaltige Bestandteile, wie z.B. Akkus, Kondensatoren oder Tonerkartuschen entfernt werden. Für die maschinelle Aufbereitung kommen unterschiedliche Anlagentypen wie beispielsweise der Querstromzerspaner oder der Smasher zum Einsatz, in denen die Elektrokleingeräte in ihre Einzelteile zerlegt werden. Verbunde werden getrennt und freigelegt, anschließend wird der Elektroschrott mit Hilfe automatischer Trenn- und Siebsysteme sowie händischer Sortierung in Outputfraktionen wie Eisen, Mischung von Nichteisen-Metallen oder Kunststoffteilen getrennt. Diese gelangen wiederum in spezialisierte Verwertungsanlagen bzw. div. Hütten und Schmelzen. Das Ergebnis sind reine Wertstoffe, die wiederverwendet werden können.

… das UFH eine eigene Recycling-Anlage für Kühlgeräte hat?

Die UFH RE-cycling ist eine der modernsten Anlagen ihrer Art und sorgt für eine nahezu vollständige Rückgewinnung des ozonschädigenden FCKWs. Die dabei verwendete Technologie der Kryokondensation eignet sich optimal für die gleichzeitige Verarbeitung von FCKW- und KW-Geräten, was bei anderen Verfahren nicht möglich ist.

Die Verordnung schreibt vor, dass mindestens 80 Prozent eines Kühlgerätes einer stofflichen Verwertung zugeführt werden müssen. Ein Problem bei der Entsorgung stellen insbesondere die für die Ozonschicht schädlichen „klimarelevanten“ Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) dar. Vor der Rückgewinnung verwertbarer Teile (zB Glas, Eisen, Kunststoffe) muss das FCKW beim Recycling aus den Geräten entfernt werden.

FCKW-freie sogenannte KW (Kohlenwasserstoff)-Geräte müssen in Österreich ebenfalls zu mindestens 80 Prozent stofflich verwertet werden. Bei diesen Geräten werden beispielsweise Butan oder Propan, sowie Gemische aus diesen beiden Stoffen als Kältemittel und überwiegend Cyclopentan als Treibmittel eingesetzt. Bei diesen ist die Klimaschädlichkeit geringer, jedoch tragen sie zur Ozonbelastung durch die Bildung vom sog. Sommersmog bei, daher müssen auch sie vollständig aus dem Kühlgerät entfernt werden. Aufgrund der gefahrenrelevanten Eigenschaften der Kühl- und Treibmittel – sie sind leicht entzündlich und explosionsgefährlich – ist die Verarbeitung nur mit entsprechenden technischen Einrichtungen möglich und muss mit gebührender Sorgfalt durchgeführt werden.

… sich insbesondere in der Hintergrundbeleuchtung von LCD-Monitoren quecksilberhaltige Gasentladungslampen befinden?

Bei Flachbildschirmen befinden sich insbesondere in der Hintergrundbeleuchtung von LCD-Monitoren quecksilberhaltige Gasentladungslampen. Auch die Flüssigkristalle im Panel sowie die Leuchtstoffbeschichtung sind als gefährlicher Abfall zu behandeln. Sämtliche Schadstoffe wie Flüssigkristallanzeigen, bestückte Leiterplatten und Batterien werden fachgerecht entfernt. Weiters enthalten Flachbildschirmgeräte aber auch einen hohen Anteil an Kunststoffen, sowie Eisen und Nichteisen-Metalle, die als Sekundärrohstoff Einsatz finden.

… stabförmige Leuchtstofflampen mit 80 Prozent den Löwenanteil des Recyclings von Gasentladungslampen ausmachen?

Die Recyclingbranche hat für die Verwertung von Gasentladungslampen unterschiedliche Verfahren entwickelt. Die Experten unterscheiden hier zwischen Zerlege- und Shredderverfahren, Trocken- und Nassverfahren, sowie mobilen oder stationären Recyclinganlagen. Für alle Verfahren gilt: Das enthaltene Quecksilber muss aus den Lampen entfernt und gesondert behandelt werden (Rückgewinnung und Entsorgung als gefährlicher Abfall).

Stabförmige Leuchtstofflampen machen mit 80 Prozent den Löwenanteil des Recyclings von Gasentladungslampen aus. Das gereinigte Glas (90 Prozent der gesamten Lampenmasse) kann von den Lampenherstellern direkt für die Produktion neuer Lampen eingesetzt werden.

Metallische Bestandteile (Alu-Endkappen und Stifte, rund fünf Prozent) gehen zur Metallaufbereitung. Der Leuchtstaub wird über Filtereinrichtungen abgeschieden und muss (derzeit noch) als gefährlicher Abfall entsorgt werden, es wird aber intensiv an Methoden geforscht, die darin enthaltenen Stoffe (neben Quecksilber div. Seltene Erden) zurückzugewinnen.

… bei der Behandlung und Verwertung von Altbatterien zwischen Primär- und Sekundärbatterien unterschieden wird?

Nach der Sammlung werden alte Batterien aus Elektrogeräten zunächst einmal von geschultem Fachpersonal nach Batterietypen sortiert. Verunreinigungen und Fremdstoffe (Aufkleber etc.) werden entfernt. Bei der Behandlung und Verwertung von Altbatterien wird grundsätzlich zwischen Primär- (zum einmaligen Gebrauch) und Sekundärbatterien (wiederaufladbar) unterschieden. Zur ersten Gruppe zählen z.B. Zink-Kohle und Alkali-Mangan Batterien, zur zweiten Nickel-Cadmium-, Lithium-Ionen-, Nickel-Metallhydrid- und Bleiakkumulatoren. Einerseits lassen sich aus Batterien und Akkus wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Nickel, Mangan und Zink zurückgewinnen. Andererseits gelangen schädliche Schwermetalle wie Cadmium oder Blei (und im Fall von veralteten oder industriell verwendeten Batterien teilweise auch Quecksilber) durch eine fachmännische Verwertung nicht in die Umwelt.

… es neue Fördermittel für Photovoltaik-Anlagen gibt?

Seit 7. Jänner 2016 können Betreiber von Photovoltaik-Anlagen wieder Bundesförderungen beantragen. Der Einspeisetarif für Neueinreichungen wurde allerdings deutlich reduziert.

Acht Millionen Euro an Fördermitteln stellt der Bund auch 2016 für Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung. Die Förderanträge für Anlagen mit einer Engpassleistung von über fünf bis 200 Kilowattpeak (kWp) können seit 7. Jänner bei der Bundes-Ökostrom-Abwicklungsstelle OeMAG eingereicht werden.

Besitzer entsprechender Photovoltaik-Anlagen sollten rasch handeln, denn erfahrungsgemäß ist das Kontingent schnell ausgeschöpft. Die Anlagen müssen an oder auf einem Gebäude angebracht werden. Wie schon in den Vorjahren läuft die Antragstellung ausschließlich über das Internet (www.oem-ag.at). Bei einer Förderzusage erhalten Antragsteller laut Ökostrom-Einspeisetarifverordnung 2016 nunmehr 8,24 Cent pro eingespeister Kilowattstunde und einen Investitionszuschuss von 40 Prozent der Errichtungskosten, jedoch maximal 375 Euro je Kilowatt.

… sich die weltweite Photovoltaik-Leistung in 10 Jahren verfünfzigfacht hat?

Zwischen 2004 und 2014 hat sich die Leistung der weltweit installierten Solaranlagen von 3,7 auf mehr als 180 Gigawatt fast verfünfzigfacht. Solarmodule wurden in den letzten Jahren erheblich günstiger – und damit auch der Preis des erzeugten Solarstroms. Auch in Österreich stehen die Zeichen auf Wachstum.