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Schilf – ein Brennstoff mit Zukunft?

großen Stil als alternativer Brennstoff genutzt werden kann. Als „Lieferant“ kommt der Neusiedler See in Frage.

Der Neusiedler See weist mit einer Fläche von 18.000 Hektar die größte geschlossene Schilfdecke Europas auf. Jahr für Jahr muss das Schilf geerntet werden, um das langsame Zuwachsen des Sees zu verhindern.

Derzeit werden nur zehn Prozent der Ernte in der Bauindustrie verwertet, der Rest bleibt weitgehend ungenutzt. 84.000 Tonnen Biomasse macht der Gesamtbestand aus, jährlich könnte man davon etwa 21.000 Tonnen für eine energetische Verwertung gewinnen. Im Schilfgürtel schlummert somit ein beachtliches Heizenergie-Potenzial, denn der Brennwert von Schilf kommt dem von Holz sehr nahe.

Die FH Burgenland untersucht seit dem Jahr 2009 im Forschungsprojekt „Sustainable Energy Conversion from Reed Biomass" (Enereed), wie man Schilf als alternativen Energieträger nützen könnte. Kooperationspartner sind u.a. das Biomasse-Fernheizwerk in Güssing, das Amt der burgenländischen Landesregierung und der WWF. Denn abgesehen von der Nutzung als Biomasse geht es bei der Bewirtschaftung des bis zu 4,5 Kilometer breiten Schilfgürtels auch um Fragen des Naturschutzes.

Erforscht wird die Sinnhaftigkeit von Verwertungswegen wie dem Einsatz als alternativer Brennstoff in der Zementindustrie, in Heizwerken, in der Biomassevergasung sowie in Kleinkesselanlagen in Form von Schilfpellets. Die Forscher können bereits erste Ergebnisse vorlegen. So stellten sie fest, dass der Einsatz von Schilf in Biomasse-Großanlagen sowohl in Rostfeuerungen als auch in der Biomassevergasung grundsätzlich möglich ist. Und auch in der Zementindustrie könnte Schilf derzeit eingesetzte Brennmaterialien ergänzen.

Auch die TU Wien ist als Forschungspartner am Projekt beteiligt. Versuche der Wiener Forscher haben gezeigt, dass man aus Schilf auch hochwertiges Produktgas herstellen kann, das zum Beispiel als gasförmiger Treibstoff, Wasserstoff oder Methanol verwendet werden könnte.

Das vom Klima- und Energiefonds geförderte Projekt läuft noch bis Mai dieses Jahres. Die Versuche sind größtenteils abgeschlossen, zurzeit wird noch an der an der technischen, ökonomischen und ökologischen Bewertung gearbeitet.

 

Link:

http://www.fh-burgenland.at/f-e/projekte/enereed/

 

Bild: Website FH Burgenland

 

Veröffentlicht am 12.02.2013


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