Recycling auf Achse

Das hydrometallurgische Recyclingsystem auf Rädern ist in einem Seecontainer untergebracht und kann per Lkw von Recycler zu Recycler transportiert werden. Der kann aus aufbereitetem Elektronikschrott seltene und wertvolle Substanzen, hauptsächlich Metalle wie Gold, Silber, Kupfer, Yttrium, Lithium oder Indium herausholen.
Entwickelt wurde das Verfahren im Rahmen eines EU-Projekts von der österreichischen Gesellschaft für System- und Automatisierungstechnik SA gemeinsam mit dem serbischen Kooperationspartner SET Reciklaza und weiteren Partnerunternehmen. Die Idee hinter dem „Recycling auf Rädern" war, auch kleineren Recyclingunternehmen - vor allem in Osteuropa - die Chance zu geben, verwertbare Werkstoffe aus Elektroschrott herauszufiltern und damit die Wettbewerbsfähigkeit dieser Betriebe zu steigern.
Recycling nach Rezept
Zum internationalen Projektteam zählen Bernd Kopacek von der Gesellschaft für System- und Automatisierungstechnik SA und
Francesco Veglio von der Universität in L'Aquila. Das Funktionsprinzip ihrer HydroWEEE-Pilotanlage vergleichen die Wissenschaftler gern mit der Arbeitsweise in einer Küche. Nur dass hier je nach Rezeptur nicht Speisen zusammengestellt, sondern einzelne Zutaten herausgefiltert werden. So zum Beispiel Yttrium aus einem Pulver, das sich in Bildröhren befindet und das normalerweise auf der Müllhalde landet. Die Forscher nennen den Vorgang „Auswaschen". Durch den Zusatz chemischer Wirkstoffe lassen sich die 10 Prozent Yttrium im Bildröhrenpulver zurückgewinnen und später beispielsweise für die Herstellung von Leuchtdioden neuerlich einsetzen.
Website Gesellschaft für System- und Automatisierungstechnik:
Ein Video der „Wandernden Recyclinganlage" sehen Sie hier:
http://de.euronews.com/2012/04/26/die-wandernde-recyclinganlage/
Bild:Gesellschaft für System- und Automatisierungstechnik SA
Veröffentlicht am 06.08.2012
