Weltweiter Boom bei Elektroschrott

Eine Studie der Vereinten Nationen bestätigt, was ohnehin seit Jahren auf der Hand liegt: Von allen Müllbergen auf dem Planeten wachsen die Elektroschrott-Berge am schnellsten an.
Nicht nur das Recycling, auch die Reparatur und der Wiederverkauf von Altgeräten zählen zu den gut florierenden Business-Sparten. Ein Beispiel von vielen: Großbritannien. Hier erwartet der britische Elektroschrott-Händler EnvironCom - eines von ca. 150 Unternehmen, die auf der Insel als als Verwerter von Elektronik-Abfall registriert sind - 2012 einen Umsatz von 22 Mio. Pfund (27,3 Mio. Euro). Der Löwenanteil entfällt dabei auf den Export von generalüberholten Altgeräten, etwa Kühlschränke, die nach Osteuropa und Afrika verkauft werden.
Gefahren in Afrika
Freilich werden beispielsweise nach Westafrika nicht nur reparierte Altgeräte, sondern auch reiner Elektronikmüll verschifft. Giftiger Elektroschrott auf Deponien gefährdet vor allem in westafrikanischen Ländern wie Ghana und der Elfenbeinküste seit Jahren die Gesundheit der Bevölkerung, zum Beispiel von spielenden Kindern. Das UN Environment Programme (UNEP), das die Studie in Auftrag gegeben hat, warnt deshalb in seinem Report auch vor den negativen Folgen des weltweiten Mülltransits.
Noch viel Luft nach oben
Wenn man bedenkt, dass derzeit allein in Europa nur rund 20 Prozent des Elektromülls gesammelt und recycelt bzw. wiederverwendet werden, lässt sich erahnen, dass die Angaben über Recyclingmengen und Second-Hand-Geräte nur die Spitze eines Eisbergs sind. Das Europäische Parlament hat deshalb erst im Jänner 2012 beschlossen, dass 2020 rund 85 Prozent des Elektromülls gesammelt und recycelt werden müssen.
Webiste des United Nations Environment Programme (UNEP)
Bild: Oliver Moosdorf / pixelio.de
Veröffentlicht am 13.06.2012
