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Die Müll-Avantgarde der EU

Eurostat-Erhebung zeigt, welche EU-Mitgliedsstaaten die Zeichen der Zeit erkannt haben ¬– und wieviel Recyclingpotential im EU-Raum noch brach liegt.

Direktiven hin, Abfallstudien her - wenn es um die Abfallwirtschaft geht, ist die EU immer noch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Einige Mitgliedsstaaten verstehen es bereits ausgezeichnet, wertvollen Müll rentabel zu machen, während andere nach wie vor über drei Viertel ihres Abfallaufkommens auf Deponien lagern und in Sachen Wertstoffgewinnung weit hinterher hinken.

 

Österreich unter den Top 6

 

Zu den fortschrittlichsten Mitgliedstaaten zählen laut jüngstem Eurostat-Bericht Belgien, Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweden und die Niederlande. Diese Länder lagern weniger als 3 Prozent ihrer Siedlungsabfälle auf Deponien und verzeichnen Abfallrecyclingraten von bis zu 70 Prozent.

Aber wie ist es den Top-Nationen gelungen, ein effizientes Abfallmanagement auf die Beine zu stellen? Der aktuelle Bericht der EU-Kommission erklärt das mit einer geglückten Kombination wirksamer Wirtschaftsinstrumente. Durch einen Mix aus Deponie- und Verbrennungsgebühren sowie -verboten, Haftungsregelungen für Abfallerzeuger und einer verursacherbezogenen Abfallgebührenerhebung (pay-as-you-throw) lasen sich demnach die Abfallströme am besten in nachhaltigere Bahnen lenken.

 

Milliardengeschäft in der Warteschleife

 

Am unteren Ende der Beurteilungsskala finden sich neun Mitgliedstaaten, die auch heute noch über 75 Prozent der Siedlungsabfälle deponieren. Insbesonders diesen „schwarzen Schafen" legt die Kommission nahe, die geltenden Abfallvorschriften wirksamer umzusetzen. Dies auch in Hinblick auf ein gesundes Wachstum der gesamten EU-Abfallwirtschaft.

Denn die Geschäfte mit dem Müll gehen gut, es gibt aber noch viel Luft nach oben. Im Jahr 2008 sorgte die Abfallbewirtschaftungs- und Abfallverwertungsindustrie in der EU für einen Umsatz von 145 Mrd. Euro. Bei vollständiger Umsetzung der EU-Abfallpolitik könnten innerhalb der Staatengemeinschaft bis zu 400.000 Arbeitsplätze geschaffen und ein zusätzlicher Jahresumsatz von 42 Mrd. Euro erwirtschaftet werden.

Umweltkommissar Janez Potocnik bringt es auf den Punkt: „Abfall ist zum Wegwerfen zu wertvoll, denn richtig bewirtschaftet kann dieser Wert der Wirtschaft wieder zugute kommen. Sechs Mitgliedstaaten kombinieren heute Null-Deponierung mit hohen Recyclingraten. Sie nutzen auf diese Weise nicht nur den Wert des Abfalls, sondern haben dadurch auch dynamische Industrien und zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen.

 

Eurostat Homepage:

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/eurostat/home/

 

Bild: Logo Eurostat

 

Veröffentlicht am 07.05.2012



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