Neuer Bergbau-Boom in der EU?

Die EU macht gegen die Importabhängigkeit bei Rohstoffen für die High-Tech-Industrie mobil. Vor allem die jüngsten Exportbeschränkungen Chinas in diesem sensiblen Bereich zwingen die Politiker zum Umdenken: Neben höheren Recyclingquoten bei Elektroschrott (für die Gewinnung von Sekundärrohstoffen unabdingbar) soll auch die Suche nach Bodenschätzen ausgedehnt werden. Die EU-Kommission appelliert an die Staatengemeinschaft, den Bedarf an seltenen Erden und anderen wichtigen Materialien für die Produktion von IT- und Unterhaltungselektronikgeräten verstärkt in den eigenen Regionen zu finden.
EU-Industriekommissar Antonio Tajani hat klare Vorstellungen, was zu tun ist: Zum einen soll der Bergbau in der EU erweitert werden, zum anderen müsse man für kritische Rohstoffe Substitute - etwa Nanorohstoffe - entwickeln.
Bis 2020 soll die EU eine weltweit führende Expertise in den Bereichen Exploration, Gewinnung, Verarbeitung, Recycling und Substitution entwickeln. Die Grundlage für die Überlegungen der EU-Kommission liefert das Projekt „ProMine" (Nano-particle products from new mineral resources in Europe), das die Innovationen im Bergbau vorantreiben soll. Experten des Vorzeigeprojekts schätzen den Wert der EU-weit brach liegenden Ressourcen in 500 bis 1000 Metern Tiefe auf rund 100 Milliarden Euro. Was noch fehlt ist allerdings die Technologie, um in diese Tiefen vorzudringen.
Mehr Informationen: promine.gtk.fi/
Bild: Susanne und Giovanni Romano / pixelio.de
Veröffentlicht am 02.04.2012
