Von der Plastikflasche zum Autositz

Auch im Automobilbau werden jetzt verstärkt Recyclingmaterialien verwendet. Vom ausgedienten Büroteppich bis zu Altharzen aus Reinigungsmittelflaschen kommen jede Menge Altstoffe in Kfz-Modellen zu neuen Ehren.
So setzt beispielsweise der französische Hersteller PSA Peugeot Citroën bei der Fertigung zunehmend auf Biopolymere, Recyclingmaterialien aus geschredderten Kunststoffflaschen und Naturfasern wie Flachs und Hanf.
Nissan wiederum verwendet beschädigte oder ausrangierte Stoßfänger als Reparaturmaterial und Aluminiumfelgen von Altfahrzeugen als hochwertige Aufhängungsteile wieder. Die Japaner haben auch schon wiederaufbereiteten, kleinfasrigen Kunststoff alter Plastikflaschen für die Schallisolierung in Armaturenbrettern und Fußraumdämmungen verwendet.
Auf diesen Zug spring nun auch Ford beim neuen Focus auf. Nachdem der US-Autobauer schon Fahrzeugmodelle mit Sitzpolstern und Rückenlehnen aus soja- und anderen biobasierten Materialien ausgestattet hat, vertraut man beim neuen Vorzeigemodell auf Recycling-Sitze aus Altkunststoff. Pro Auto werden nur 22 alte PET-Flaschen benötigt, insgesamt sollen 2012 rund zwei Millionen alte Plastikflaschen zu neuen Sitzen umgewandelt werden.
Die Altflaschen will Ford in den USA selbst einsammeln, ab März sollen dann die PET-Recyclingsitze in die Großproduktion gehen. Den Materialmix aus feinen, alten Kunststofffasern - er besteht neben PET-Flaschen auch aus industriellen Kunststoffabfällen - nennen die Automobilhersteller übrigens Repreve.
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Bilder: www.repreve.com
Veröffentlicht am 05.03.2012
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