Solarmodul-Recycling, das sich gewaschen hat

Solarmodul Recycling
Die Verbreitung von Photovoltaik-Anlagen nimmt dieser Tage stark zu. Das heißt aber nicht, dass deshalb viele alte Solarpaneele ausgedient haben. Erst für das Jahr 2015 erwartet man in der Branche, dass die Solarpaneele und Photovoltaik-Module der ersten Generation in größeren Mengen abgebaut und entsorgt werden müssen. Und ähnlich wie Elektroaltgeräte stecken auch Solaranlagen voller wertvoller Materialien.
Grundsätzlich lassen sich Photovoltaik-Module zu mehr als 95 Prozent verwerten. Dazu muss das Modul aber in seine vier Bestandteile getrennt werden: Glas, Kunststoff, Alu-Rahmen und Halbleiterschicht. Das ist Aufgabe der Entsorger, für das Recycling im eigentlichen Sinne sind die jeweiligen Spezialisten zuständig. Aus dem Glas kann man neue Fensterscheiben und Behälter herstellen, das Aluminium wird eingeschmolzen und als Sekundärrohstoff weiterverarbeitet, die Halbleiter-Materialien - darunter auch seltene Materialien wie Gallium, Indium, Germanium oder Tellur - können relativ leicht in die Rohstoffindustrie zurück geführt werden. Nur die Kunststoffe werden in der Regel entsorgt und landen zum Beispiel in der Müllverbrennungsanlage.
Ein Waschgang für die High-Tech-Mülltrennung
Eines jener Unternehmen, das Vorboten des Solarenergie-Booms umweltfreundlich recyceln will, ist die junge Firma Saperatec aus Bielefeld. Das 2010 gegründete Unternehmen hat sich auf das Recyceln von sogenannten Dünnschicht-Modulen spezialisiert, die vor allem in Großanlagen eingesetzt werden. Sie bestehen aus Glasscheiben, auf denen die fotoaktive Schicht hauchdünn aufgetragen ist. Um die Beschichtung vom Glas und die verklebten Glasscheiben voneinander zu trennen, nützt Saperatec Tenside. Die aus den Wasch- und Spülmitteln bekannten Substanzen setzen die Grenzflächenspannung herab und sind in der Lage, Beschichtungen und Verklebungen einfach abzuwaschen.
Der Recycling-Waschgang funktioniert schon bei Temperaturen von ca. 30 Grad Celsius, als Feststoffe fallen dabei Indium, Germanium oder Cadmium-Tellurit ab.
Mehr Informationen:
Bilder: www.saperatec.de
Veröffentlicht am 05.03.2012
