Rohstoffwettlauf am Nordpol

Die arktischen Anrainerstaaten intensivieren ihre Bemühungen in Sachen Rohstoffabbau am Nordpol. Der Klimawandel setzt dem „ewigen Eis" immer mehr zu, der Zugang zu bisher unerschlossenen Rohstoff-Reserven scheint dadurch realistischer.
Lange Zeit hatten die Grenzen im Arktischen Ozean keine große Bedeutung, die Schatzsuche in der Arktis galt als zu teuer und zu aufwändig. Heute beurteilen Forscher und Bergbau-Unternehmen die Lage anders, also nimmt auch die Präsenz Russlands, Norwegens, Dänemarks, Kanadas und der USA im Eismeer zu. Man ist stark darum bemüht, die Claims der rohstoffreichen Gebiete in der Arktis abzustecken.
Arktische Rohstoff-Planspiele
Die Vermessungsarbeiten in diesem Gebiet wurden neu angekurbelt, die Kartografen haben jede Menge zu tun. Der Grund: Kann ein Land wissenschaftlich nachweisen, dass sich der eigene Festlandsockel unter der Eisdecke fortsetzt, kann es dort auch Rohstoffe abbauen. Es geht um den Zugriff auf Bodenschätze, die jenseits der 200-Meilen-Zone liegen - in einem Gebiet, das bislang als internationaler Meerboden galt.
Hoch im Norden der arktischen Wildnis werden zum Beispiel große Gold-, Zink-, Erdgas- und Öl-Vorkommen vermutet. Der arktische Kontinentalsockel könnte eines der größten Öl-Fördergebiete der Erde sein, mehr als ein Fünftel der unentdeckten, abbaubaren Erdöl- und Erdgasvorräte werden dort vermutet.
Kanada wiederum will weiter südlich mit dem Abbau von Eisenerz beginnen. Der stetig steigende Weltmarktpreis für Stahl beflügelt das Projekt - und für die einheimischen Inuit könnte der Erzabbau neue Arbeitsplätze bedeuten.
Die Anzeichen dafür, dass die Arktis in den nächsten Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Wirtschaftsregionen der Erde aufsteigen könnte, mehren sich jedenfalls. Vor allem Russland heizt die Diskussionen um Gebietsansprüche schon seit 2007 an: Man beansprucht nahezu die Hälfte der internationalen Gewässer im arktischen Raum für sich allein, ist mit dem bisherigen Seerechtsübereinkommen und der 200-Meilen-Begrenzung unzufrieden. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Arktis (sie umfasst das gesamte Gebiet um den Polarkreis) mit 21 Millionen Quadratkilometern größer als der russische Staat ist. Zu zwei Dritteln besteht das Gebiet aus Meer, ein Drittel ist Landfläche.
Bild: Dieter Schütz / pixelio.de
Veröffentlicht am 31.01.2011
