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Milchprodukte für den Kleiderschrank

Designerklamotten aus Kuhmilch? Kein Problem, wenn man etwas von Mikrobiologie versteht. Die Modedesignerin und Biologin Anke Domaske aus Hannover hat’s vorgemacht.

Glatt und weich, irgendwie seidig - so beschreiben Testpersonen die Kleider der deutschen Designerin Anne Domaske. Kein Wunder, stecken die Stoffe, aus denen die Hannoveranerin ihre trendigen Gewänder webt, doch voller Proteine.

Gemeinsam mit dem Faserinstitut Fibre in Bremen hat die 28-jährige Designerin und Biologin eine neue ökologische Funktionsfaser entwickelt, die auf Basis des Naturrohstoffs Milch hergestellt wird. In einem speziellen Verfahren entstehen aus dem in der Kuhmilch enthaltenen Kasein - Milcheiweiß in Pulverform - Milchfasern, die zu Textilien weiterverarbeitet werden können.

 

Starker Auftritt auf der Fashion Week in Berlin

 

Vermarktet wird die innovative Biomilchfaser, die von der Schöpferin als „weltweit erste Industriefaser, die mit Hilfe eines umweltfreundlichen Prozesses ohne jede Chemikalien hergestellt wird" bezeichnet wird, von der Firma Qmilch, deren Geschäftsführerin - no na - Anne Domaske ist. Auf der diesjährigen Fashion Week in Berlin präsentierte Qmilch die neuartige Faser nebst ersten Kreationen und wurde von Gesamtverband Textil und Mode mit dem Innovationspreis in der Kategorie Technische Textilien ausgezeichnet.

„Auch in der Medizin, der Kosmetik und der Membrantechnik lässt sich die Faser verwenden", erklärt die umtriebige Geschäftsfrau Domaske, die schon vor Jahren ihr eigenes Modelabel „Mademoiselle Chi Chi!" gegründet hat und beim neuen Erfolgsprodukt um einen gewissen Erklärungsaufwand nicht herumkommt. Sie muss immer wieder betonen, dass „die Milchfasern nicht nach Kuh stinken".

 

Qmilch will 2012 durchstarten

 

In den Handel kommt die Milchfaser-Mode wahrscheinlich Ende 2011 oder Anfang 2012. Im kommenden Jahr will Qmilch jedenfalls die Massenproduktion aufnehmen und mehr Personal einstellen. Die Kleider werden zwischen 150 bis 200 Euro kosten, sind also nicht gerade billig, sollten Öko-Fans aber dennoch ansprechen. Denn für die Herstellung von einem Kilo Fasern werden nur zwei Liter Wasser benötigt. Und chemische Zusatzstoffe sind wie gesagt tabu.

 

Mehr auf der Qmilch-Website

http://www.qmilk.eu/

 

Bilder: Qmilk

 

Veröffentlicht am 31.10.2011



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