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Weltraumschrott, der vom Himmel fällt

Rund 22.000 größere Abfallteile umkreisen derzeit die Erde. Damit hat der Müll im Weltraum einen kritischen Punkt erreicht, behauptet das US-amerikanische National Research Council.

Das Gefahrenpotenzial des Weltraumschrotts im Orbit nimmt schön langsam bedrohliche Ausmaße an. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des US-amerikanischen National Research Councils (NRC).

 

Tödliche Projektile in der Erdumlaufbahn

 

Rund 22.000 Objekte, die groß genug sind, um vom Radar erfasst und verfolgt zu werden, umkreisen derzeit die Erde. Dazu zählen Reste von Satelliten, ausgebrannte Raketenstufen und diverses Astronauten-Equipment. Zahllose kleinere Schrottteilchen, die am Radarschirm nicht zu sehen sind, schießen jedoch ebenfalls durch das All und können Raumfähren oder Satelliten erheblich beschädigen.

In jüngster Zeit hat sich die Zahl der Schrottfragmente durch zwei Ereignisse nahezu verdoppelt: Als der alte chinesische Wettersatellit Fengyun 1-C 2007 mit einer Rakete abgeschossen wurde, entstanden fast 4000 winzige Teile, und die Kollision des russischen Satelliten Kosmos 2251 mit einem anderen Satelliten setzte 2000 weitere Trümmer frei.

Der NRC befürchtet bei künftigen Weltraumflügen und Satellitenstarts katastrophale Folgen und rät deshalb dringend zu Aufräumarbeiten im Weltraum. Gesucht wird sozusagen eine „Putztruppe" für den Orbit, wer diese stellen soll und mit welchen Techniken das All effektiv gesäubert werden kann, bleibt in dem Bericht allerdings offen.

 

Gefährlicher Müll und täglich Brot

 

Zwei Ereignisse verleihen dem Apell des NRC zusätzliche Aktualität. Zum einen ist Ende September der NASA- Forschungssatelliten UARS - der seit 2005 als Weltraumschrott gilt - glimpflich verlaufen, er ist über dem nördlichen Pazifik abgestürzt, und nicht wie befürchtet über Kanada.

Zum anderen kam Anfang September „Baikonur", der neue Film des deutschen Regisseurs Veit Helmer ins Kino. In der Nähe des gleichnamigen kasachischen Städtchens liegt der berühmte Weltraumbahnhof, von dem aus sowjetische Kosmonauten ins All katapultiert wurden. Veit Helmers Film handelt von einem verwaisten Jugendlichen, der wegen seiner Faszination für die Raumfahrt von allen nur „Gagarin" genannt wird und mit Hilfe einer mysteriösen Funkstation berechnen kann, wo demnächst wieder Weltraumschrott vom Himmel fallen wird. Den sammeln nämlich die Dorfbewohner ein, um ihn später gegen Fleischkonserven oder Bargeld einzutauschen.

Dass diese Schrottsammler für den Aufräumjob im All nicht in Frage kommen, steht freilich außer Zweifel.

 

Website des National Research Council

http://sites.nationalacademies.org/nrc/index.htm

 

Website des Films „Baikonur"

http://www.baikonur.x-verleih.de

 

Bild: baikonur.x-verleih.de

 

Veröffentlicht am 28.09.2011

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