Wiederentdeckt: Strohballenbau

Laut einer Prognose des 2002 gegründeten deutschen Fachverbandes Strohballenbau (Fasba) gibt es bei unseren Nachbarn bereits mehr als 150 Häuser, die aus Strohballen errichtet wurden. Und diese Zahl soll bis zum Jahr 2012 auf 500 anwachsen.
Die nachhaltige Ökobau-Technik erfreut sich heute in vielen europäischen Ländern zunehmender Beliebtheit, obwohl die Baubewilligung mancherorts erst nach einem wahren Spießrutenlauf erteilt wird. In Deutschland erkämpfte Fasba-Gründer Björn Meenen, der unlängst in Sachsen-Anhalt mit der Villa Bellevue wieder einen Strohballenbau fertiggestellt hat, gemeinsam mit den Mitgliedern des ökologisch-sozialen Modellprojekts „Siedlung Sieben Linden" als erster die nötige baubehördliche Zulassung. Die Bedenken der Baubehörden kreisen vor allem um die Brandgefahr. Mittlerweile liegen jedoch Forschungsergebnisse und Ergebnisse staatlicher Prüfstellen vor, die diese Skepsis widerlegen.
Die Wiege der heutigen Strohballen-Architektur liegt im US-Bundesstaat Nebraska, wo schon Ende des 19. Jahrhunderts Wanderarbeiter Strohballen wie Ziegelsteine zum Wandaufbau benutzten. In den Siebziger Jahren erlebte die Technik eine Renaissance, heute gibt es in den USA mehr als 13.000 Strohhäuser.
Auch im europäischen Tourismus ist Stroh als Baustoff nicht gänzlich unbekannt. So gibt es beispielsweise in der Ostschweiz das Strohhotel Bodensee. Und im Ort Nax - Mont-Noble in den Schweizer Alpen wird gerade das Maya Guesthouse Projekt verwirklicht, das erste Hotel in Europa, das komplett aus Strohballen gebaut wird.
Fachverbandes Strohballenbau
Bilder: Fachverbandes Strohballenbau
Veröffentlicht am 27.06.2011
