Trendige Jeans ohne giftiges Bleichen

„Stone-washed Jeans" oder Jeans mit „used look" sind bei jugendlichen Käufern besonders begehrt. Das Problem dabei: Ausgewaschen und lange getragen wirkende Modelle lassen sich nur durch mechanische Verfahren (Sandstrahler-Einsatz, Ausfransen, Zerschneiden, usw.) oder durch den Einsatz von Bleichmitteln bzw. durch beides herstellen. Viele dieser Prozesse bedeuten für die Arbeiter in den Fabriken ein erhöhtes Risiko von Folgeschäden wie Silikose (Staublunge) oder Krebs.
Forscher der Universität Innsbruck haben jetzt eine umweltfreundlichere Methode zur Behandlung von Jeansstoffen (Denim) vorgestellt. Statt bei den herkömmlichen selektiven Bleichvorgängen Oxidationsmittel wie Natriumhypochlorit einzusetzen, wird zur Aufhellung eine spezielle Paste auf den Stoff aufgetragen. Enzyme bewirken eine Oberflächenaktivierung und bringen die Zellulose bzw. Baumwolle zum Quellen. Nach einer bestimmten Einwirkzeit wird die Paste wieder abgewaschen.
Das Verfahren wurde schon 2007 zum Patent angemeldet, ist mittlerweile rechtlich geschützt und laut Aussagen der Wissenschaftler marktreif. Ein erster Kooperationsvertrag mit einem Denim-Waschunternehmen sei bereits unterzeichnet. Den Forschern zufolge schont die Innsbrucker Methode nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Textilarbeiter.
Uni Innsbruck:
Bild: Maja Dumat / pixelio.de
Veröffentlicht am 31.05.2011
