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Ökostrom auf der Überholspur

Bild: Andreas Kern / pixelio.de
Bild: Andreas Kern / pixelio.de
Die deutsche Bundesregierung rechnet damit, dass bei unseren Nachbarn schon bald mehr Ökostrom als Atomstrom in das Stromnetz eingespeist wird

Der anhaltende Boom bei Ökostrom spiegelt sich auch im kürzlich veröffentlichten Entwurf zum “Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energien“ der deutschen Bundesregierung wider. Schon in zehn Jahren, so die aktuelle Prognose, wird der Ökostrom-Anteil in Deutschland bei 38,6 Prozent liegen. Diese Zahl ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die erneuerbaren Energien derzeit 17 Prozent zum deutschen Stromhaushalt beitragen, während der Anteil von Atomstrom bei ca. 23 Prozent liegt und stetig sinkt. Nähert sich also der Ökostrom-Anteil der 40-Prozent-Marke, macht er rein rechnerisch Atomstrom überflüssig.

100 Prozent Ökostrom bis 2050?

Seit der Jahrtausendwende hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland verdreifacht. Steigerungsraten bei Atomstrom sind hingegen kein Thema, weil die Bundesregierung den Neubau von Kernkraftwerken ausgeschlossen hat.
Die Prognose des “Nationalen Aktionsplans“ liegt auch klar über den klimapolitischen Planzielen der Europäischen Union. Die EU will erreichen, dass bis zum Jahr 2020 unionweit 20 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden.

Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) wiederum fordert bis zum Jahr 2050 den vollständigen Umstieg auf Ökostrom. Eine im Auftrag des UBA erstellte Studie kommt zu dem Schluss, dass Deutschland schon mit der heute verfügbaren Technologie in vierzig Jahren vollständig auf erneuerbare Energien umsteigen könnte. UBA-Präsident Jochen Flasbarth kritisierte in diesem Zusammenhang auch die aufkommende Diskussion über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke.
Erstaunlich auch, dass erneuerbare Energien (Wind, Wasser, Sonne und Biomasse) heute bereits über 18 Prozent zur weltweiten Stromversorgung beitragen, wobei die Wasserkraft den Löwenanteil (ca. 16 Prozent) beisteuert. Die Atomenergie liegt in der globalen Statistik bei rund 15 Prozent.

Umweltbundesamt (UBA)


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