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Tanzen für den Ökostrom

Klimaschutz in der Disco? Warum nicht! In London und Rotterdam gibt es bereits zwei Nachtclubs, in denen die Tänzer durch ihre Bewegungen auf der Tanzfläche selbst Strom erzeugen.

Jeder Mensch kann sein eigenes Kraftwerk sein – diese Idee setzen jetzt die ersten Discotheken in die Realität um. Die Gäste im Rotterdamer “Club Watt“ und im ersten britischen Öko-Nightclub in der Londoner Bar Surya erzeugen einen großen Teil des Stroms, der für den Betrieb der Etablissements benötigt wird, direkt auf der Tanzfläche. Im “Club Watt“ wurde zu diesen Zweck unter dem Dancefloor eine spezielle Anlage eingebaut. Sie bewirkt, dass der Boden flexibel und elektromechanisch reagiert, damit die durch die Schwingungen freigesetzte Bewegungsenergie mit Hilfe kleiner Dynamos in Elektrizität umgewandelt und in Akkus gespeichert werden kann.
Egal ob die Tänzer steppen, schwingen oder Luftsprünge machen - bei jeder Tanzbewegung gibt der Boden unter den Füßen um einige Millimeter nach. Als zusätzliche Motivation für die Gäste sind an der gesamten Tanzfläche Leuchttafeln angebracht, die die Menge der erzeugten Energie anzeigen. Pro Kopf können an einem Abend je nach Gewicht und Bewegungspotenzial bis zu 20 Kilowattstunden erzeugt werden. Wer sich ausgiebig bewegt, kann dabei sogar eine individuelle Lichtshow generieren.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Disco

Etwas anders die Technik in der Londoner Bar Surya. Hier greift man auf die sogenannte Piezoelektrizität zurück: Die Energie auf dem Tanzboden wird durch piezoelektrische Kristalle (u.a. Quarz) und Keramiken gewonnen. 60 Prozent des Stroms, den der Nachtclub benötigt, will sein Besitzer Andrew Charalambous (36) über die Action auf der Tanzfläche beziehen. Charalambous ist auch der Vorsitzende des britischen Club4Climate, einer Organisation, die vor allem junge Leute zu Maßnahmen gegen den Klimawandel bewegen will.
Mit den Ökostrom-Dancefloors setzen die Betreiber der Energie intensiven Discotempel nicht nur ein Zeichen gegen die steigenden Strompreise, sondern auch für den Klimaschutz. Im Club Watt jedenfalls wurde rund um die erfinderische Stromgewinnung ein ganzheitliches Umweltschutzkonzept verwirklicht: So gibt hier eine "Mini Waste Bar", an deren Theken die Getränke ausschließlich in wieder verwendbaren Hartplastikgläsern ausgegeben werden. Und für die Toilettenspülung wird auch Regenwasser verwendet, um Trinkwasser einzusparen.
Das Konzept der Öko-Disco soll künftig durch Miteinbeziehung von Energieexperten nicht nur weiter verbessert, sondern auch in andere Städte exportiert werden. Michel Smit, der Miterfinder des “Club-Watt“, hofft mit seiner Firma SDC (Sustainable Dance Club) auf Aufträge aus aller Welt.

Links:

Website der Firma SDC
http://www.sustainabledanceclub.com/

Website des club4climate:
http://www.club4climate.com/

Der “Energy Generating Dance Floor“ auf YouTube:
http://www.youtube.com/watch?v=zf5fihc2GOY

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