Die Solarhandys kommen

Warten auf das Samsung “Blue Earth“
Im großen Stil konnten sich die Sonnenanbeter unter den Mobilfunkern bislang freilich nicht durchsetzen. Das soll jetzt anders werden: Mit LG Electronics und Samsung wollen zwei der Big Player dafür sorgen, dass die Solarstory im Handy-Business doch noch zu einer Erfolgsgeschichte wird. Schon im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentierte Samsung das Eco-Handy S7550 (“Blue Earth“). Das Gerät holt sich den Strom unabhängig vom Stromnetz mittels Solarpanel. Die Solarzellen des Touchscreen-Handys finden sich auf der Rückseite des Gehäuses, das aus recyceltem Kunststoff (Plastikflaschen) gewonnen wird. Die Verpackung wird aus Recycling-Papier gefertigt, umweltschädliche und gesundheitsgefährdende Stoffe wie giftige Leichtmetalle sollen im "Blue Earth" nicht verbaut werden. Das "Blue Earth" verfügt über einen Öko-Modus, der es ermöglichen soll, Hintergrundbeleuchtung, Display-Helligkeit und Bluetooth effizient und energiesparend zu regeln. Apropos Öko-Modus: Ein Programm namens "Eco-Walk" teilt dem Anwender mit, wie viel CO2 er spart beziehungsweise wie viele Bäume er rettet, wenn er sich zu Fuß statt mit dem Auto bewegt … In Schweden ist das Gerät bereits auf dem Markt. Bestellen kann man das “Blue Earth“ (Preis: ca. 300 Euro) auch hierzulande schon – in Kürze soll es auch in Deutschland, Österreich, Italien und anderen europäischen und asiatischen Ländern ausgeliefert werden.
Die Konkurrenz schläft nicht
Im Oktober brachte auch LG mit dem neuen Touchscreen-Handy GD510 Pop ein Mobiltelefon mit Solarpanel auf der Geräterückseite in den Handel. Laut Hersteller reicht es aus, das Handy elf Minuten in die Sonne zu legen, um anschließend ein Telefonat von drei Minuten Länge zu führen. Besonderer Gag: Das LG GD510 Pop zeigt auf dem Display an, wie viel CO2-Emmission man durch das Aufladen mit Sonnenkraft verhindert hat. Und ein integrierter Rechner gibt je nach Wetterlage an, wie lange der Akku für eine bestimmte Gesprächsdauer solar geladen werden muss.
Auch andere Hersteller setzen 2009 auf die Kraft der Sonne. Netzbetreiber KDDI bietet für den japanischen Markt das wasserdichte Sharp-Solarhandy SH002 als perfekten Begleiter für Strände und Schwimmbäder an. Der Akku des Handys soll bis zu 80 Prozent mit Sonnenenergie aufgeladen werden können, zehn Minuten Sonnenkraft können damit für eine Gesprächsminute ausreichen. Und erst im Sommer brachte der kenianische Mobilfunkanbieter Safaricom mit dem “Simu ya Solar” ein Solarhandy auf den afrikanischen Markt. Das Gerät wird in Kooperation mit dem chinesischen Handyhersteller ZTE aus Recyclingmaterial hergestellt.
Mobile “Tanks“ für Solarenergie
Die Sonnenenergie hält aber auch bei den Handy-Ladegeräten vermehrt Einzug. Ladestationen wie das Hama “Solio Solar“-Ladegerät sind leicht zu transportieren und eignen sich vor allem für die Laufzeitverlängerung von Handy- oder MP3-Player-Akkus.
Kritisch äußert sich zu den ersten kommerziell relevanten Solarhandys allerdings Greenpeace. Die Experten der Umweltschutzorganisation stufen solche Geräte eher als Spielzeug von zweifelhaftem Wert ein. Für eine positive Umweltbilanz sei die damit erzielte Wirkung vernachlässigbar.
