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Rechenzentren könnten mehr Energie sparen

Dass Autos CO2-Sünder sind, ist allgemein bekannt. Aber auch die Server der großen Datenzentren fressen gewaltige Mengen an Energie und setzen pro Rechenoperation Treibhausgase frei. Viele Server könnte man aber punkto Energieverbrauch optimieren, meint Google-Experte Urs Hölzle.

Green IT, also umweltschonende Informationstechnik, ist derzeit das ganz große Thema in der Elektronikindustrie. Zuletzt wurde vor allem über den Energieverbrauch von Rechenzentren heftig diskutiert.
In einem Interview mit dem Deutschlandradio meldete sich in dieser Sache kürzlich auch Green IT-Experte Urs Hölzle, Senior Vice President of Operations bei Google, zu Wort. Seiner Ansicht nach lässt sich der Energieverbrauch der meisten Rechenzentren um rund die Hälfte senken. Verfügbare, technische Möglichkeiten würden derzeit noch nicht genügend genutzt.
Für die Suchmaschine Google arbeitet zur Zeit ein Netz von rund einer Million Rechner, die über die ganze Welt verteilt sind. Diese Streuung der Server und die Tatsache, dass Google schon vor Jahren aus Kostengründen völlig eigenständige, effizientere Datenzentren konstruiert habe, nennt Hölzle als wichtige Gründe für den vergleichsweise stromsparenden Betrieb des Google-Systems.
Laut Hölzle sorgt jede Suchanfrage bei Google für einen CO2-Ausstoß von 0,2 Gramm, was wiederum einer Arbeitszeit von ungefähr zehn Sekunden an einem typischen Desktop-Rechner entsprechen würde.

Wie umweltbelastend ist eine Google-Suche?

Wissenschafter kamen allerdings kürzlich zu anderen Ergebnissen.
Siegfried Behrendt vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, sprach – unter Berufung auf eine US-Studie – in einem anderen Interview von zwei Gramm CO2 Ausstoß und einem Stromverbrauch von vier Watt pro Stunde für eine Anfrage bei Google. Der Stromverbrauch entspricht dem einer Energiesparlampe, die eine Stunde lang brennt.
Alexander David Wissner-Gross, Physiker und Computerexperte an der Harvard-University, hat sogar deutlich höhere Werte ermittelt. Wissner-Gross brachte den CO2-Ausstoß von Rechenzentren auf eine einfache, allerdings auch von vielen Experten bezweifelte Formel. Dieser Formel zufolge würden zwei Suchanfragen an www.google.com 15 Gramm CO2 freisetzen.
Schon vor zwei Jahren berichtete der “Spiegel“ (Thema: “Klimakiller Computer“) über die Problematik. Unter Berufung auf eine Studie, die der Wissenschaftler Jonathan Koomey von den Lawrence Berkeley National Laboratories im Auftrag des Prozessorherstellers AMD durchgeführt hatte, wurden die weltweiten Serverparks als gigantische Energiefresser und Klimakiller an den Pranger gestellt. Dem Spiegel-Bericht zufolge dienten schon 2007 allein in den USA fünf Kraftwerke der 1000 Megawatt-Klasse ausschließlich dazu, um Rechenzentren mit Strom zu versorgen. Weltweit, so die Analyse des US-Wissenschaftlers, kommt man sogar auf die Zahl von 14 Kraftwerken. Die Studie stützte sich auf Daten des Marktforschungsunternehmens IDC. Daten, die sicher nicht mehr aktuell sind, denn der Energiehunger der Rechenzentren nimmt von Jahr zu Jahr rasant zu…

Das ganze Interview mit Urs Hölzle im Deutschlandradio:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/930088/



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