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Grüne Welle bei Coca-Cola

Der Limonadenriese Coca-Cola sorgt dieser Tage mit neuen Recyclingplänen für Aufsehen. In den USA will der weltgrößte Getränkehersteller ab dem Jahr 2009 jede verkaufte Plastikflasche der Verwertung zuführen.


Imagefördernde Bekenntnisse für den Umweltschutz, detaillierte "Environmental Reports" und Hilfsleistungen für diverse Projekte gehören bei großen internationalen Konzernen längst zum guten Ton. Der Limonadenhersteller Coca-Cola ist da keine Ausnahme: Ein Recycling-Education-Projekt auf den Galapagos-Inseln wird ebenso unterstützt wie ein Regenwasser-Rückgewinnungssystem in Indien. Egal ob Papier-Recycling, Aludosen-Verwertung oder Umweltprogramme - die US-Company mit Hauptsitz in Atlanta, Georgia, zeigt sich in jeder Hinsicht rührig und verbündet sich für den guten Zweck auch gern mit einer Umweltschutzorganisation wie dem World Wildlife Fund (WWF), der aktuell als Partner bei einer weltweiten Kampagne zum Schutz von Wasserreservaten auftritt.

PET-Recycling in eigener Sache


Um den eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, will die Nummer eins unter den Getränkekonzernen (u.a. Sprite, Fanta, Nestea) jetzt offenbar auch im Recyclingbereich Nägel mit Köpfen machen. Im September gab die Coca-Cola Enterprises Inc. bekannt, man wolle in den USA künftig 100 Prozent der verkauften Verpackungen (Alu-Dosen, PET-Flaschen, Glasflaschen, Papierbecher) recyceln. Für die Umsetzung dieser Zielvorgabe wurde mit der Coca-Cola Recycling LLC eine eigene Tochterfirma gegründet, die kosteneffiziente Lösungen entwickeln und im gesamten nordamerikanischen Raum entsprechende Recycling-Center einrichten soll.

Nahziel ist ein effektives Sammelsystem für die rund 420 Abfüllanlagen in den USA, das von der neu geschaffenen Recycling-Division ausgearbeitet werden soll. Coca-Cola will zudem 60 Millionen US-Dollar in ein eigenes, großes PET-Recyclingwerk investieren. Die Anlage wird in Spartanburg, South Carolina, errichtet, soll im Jahr 2008 fertig gestellt sein und ab 2009 den Vollbetrieb aufnehmen. Knapp 50.000 Tonnen PET pro Jahr will Coca-Cola hier nach dem URCC-Verfahren ("bottle-to-bottle") aufbereiten.

Mit anderen Worten: In Spartanburg kann der Konzern künftig jährlich etwa zwei Milliarden PET-Flaschen der Marke Coca-Cola verwerten. Kein Wunder, dass die Unternehmensführung stolz vom ersten Meilenstein auf dem Weg zum Recycling-Quotenziel spricht.

Ein Ziel, das noch in weiter Ferne liegt, denn derzeit werden nur 10 Prozent der Coca-Cola-Plastikflaschen verwertet. "Wir wissen, dass noch eine Menge Arbeit vor uns liegt", gestand auch Sandy Douglas, Nordamerika-Chef des Limonadenkonzerns, auf der Pressekonferenz Anfang September in Washington ein.

Wenn es um die nackten Recycling-Zahlen geht, ist die 100-Prozent-Hürde für einen Softdrink-Hersteller auch alles andere als leicht zu nehmen. Sogar die Coca-Cola-Glasflaschen, die an sich zu 100 Prozent verwertbar sind, enthalten nur zu 40 Prozent Altglas. Und die Verwertung der - ebenfalls zu 100 Prozent recyclierbaren - Cola-Dosen funktioniert natürlich nur in jenen Ländern, die ein entsprechendes Sammel- bzw. Pfandsystem eingerichtet haben.

Recyclingpläne in England und China

Aber immerhin, "Coke" schaltet jetzt beim Recycling offenbar weltweit einen Gang höher. In England ist der Konzern am Pilot-Projekt "Recycling Zone" beteiligt, das eine bessere Entsorgung und Verwertung von Softdrink-Verpackungen an Schulen und Arbeitsplätzen zum Ziel hat. Neben den Aluminium-Recyclingspezialisten Novelis und Alupro sitzt auch die Regierung mit ihrem "Waste Resources Action Programme" (WRAP) mit im Boot.

Auch eine "Olympische Recycling-Idee" will Coca-Cola in den nächsten Monaten verwirklichen. Der Hauptsponsor der Olympischen Spiele in Peking (China) will den beim Bau des "Beijing National Stadiums" übrig gebliebenen Stahl in Anstecknadeln verwandeln, die das Coca-Cola-Logo tragen sollen.

Der Weltkonzern plant in diesem Zusammenhang eine Kooperation mit dem offiziellen Lizenznehmer für Anstecknadeln in China. David Brooks, Vice-President und Generalmanager der Olympischen Projektgruppe bei Coca-Cola, will damit die Vision einer "grünen" Olympiade unterstützen.

Die Idee mit den Anstecknadeln passt übrigens gut in das neue, produktübergreifende Recycling-Konzept des Getränkekonzerns. Auch ausgediente PET-Flaschen will der Konzern in Zukunft vermehrt für die Herstellung anderer Coca-Cola-Produkte wie T-Shirts oder Werbemittel nutzen…

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