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Das goldene Zeitalter der Sägespäne

Heizen mit Holzpellets ist weltweit im Vormarsch. Die kleinen, gepressten Holzstäbchen sind als nachwachsender Brennstoff vor allem aus ökologischer Sicht interessant. Österreich ist derzeit nach Schweden der zweitgrößte Pellet-Markt Europas.

Die Meldung kam für Kenner des internationalen Heizungsmarktes nicht wirklich überraschend: Im Oktober dieses Jahres begann der amerikanische Holzpellet-Hersteller New England Wood Pellet LLC im Bundesstaat New York mit der Errichtung der bisher größten Holzpellet-Produktionsanlage in den USA. Die Baukosten belaufen sich auf 12 Millionen US-Dollar (ca. 9,6 Mio. Euro), die Jahresproduktion soll bei 100.000 Tonnen liegen.

In waldreichen Ländern wie den USA oder Kanada kommen beim Heizen schon seit den frühen Achtzigerjahren Holzpellets als Alternative zu Öl, Gas oder Strom zum Einsatz. Vor rund zehn Jahren sprangen auch die skandinavischen Länder - traditionell große Holzproduzenten - auf diesen Zug auf. Schweden ist heute mit einer Produktionsmenge von über 1,5 Millionen Tonnen jährlich der mit Abstand größte Pellet-Produzent Europas. Österreich liegt in der europäischen Rangliste mit rund 480.000 Tonnen (Produktion 2005, lt. Österreichischer Energieagentur) auf Platz zwei, darf also durchaus als "Pellet-Weltmacht" bezeichnet werden.


Warum Pellets?

Holz-Pellets werden aus den Massivholzabfällen der Holzindustrie (Säge- und Hobelspäne) gewonnen und in Pelletieranlagen unter großem Druck zu Stäbchen gepresst. Die Stäbchen müssen laut ÖNORM einen Durchmesser von 5 bis 6 Millimeter und eine Länge von 8 bis 30 Millimeter aufweisen. Verfeuert werden sie in speziellen Pelletheizungen.
Die Vorteile der Pelletheizung liegen einerseits im Komfort für den Endverbraucher und andererseits in der geringen Umweltbelastung. Es handelt sich um einen sicher verfügbaren, nachwachsenden, CO2-neutralen Brennstoff. Auch die Schwefelbelastung für die Atmosphäre hält sich stark in Grenzen: Sie ist zehnmal geringer als beim Verbrennen von Heizöl. Und da die Herstellungsbetriebe meist in der Nähe des Verbrauchsortes angesiedelt sind, entfallen bei Pellets auch die langen Transportwege - ein weiterer Pluspunkt für die Umweltbilanz.
Im Unterschied zu Ölheizungen entsteht durch die Lagerung im Haus keine Geruchsbelästigung. Ganz im Gegenteil: Pellets verbreiten einen durchaus angenehmen Holzduft, die kleinen Stäbchen werden automatisch in den Heizkessel transportiert und die Wartung ist nur geringfügig aufwändiger als bei Ölheizungen.
Die Pelletheizung ist ausgesprochen energieeffizient und im Vergleich zu anderen Heizsystemen auch preisgünstig. Zwar sind die Anschaffungskosten 10 bis 20 Prozent höher als bei der Ölheizung, doch über einen Zeitraum von 15 Jahren betrachtet fallen die Gesamtkosten für Investition und Betrieb gegenüber einer Öl-Brennwertheizung (plus 20 Prozent), einer Gasheizung (plus 18 Prozent) oder einer Flüssiggas-Heizung (plus 35 Prozent) deutlich geringer aus.


Pellet-Paradies in Skandinavien

Schweden begann 1990 mit der Pellet-Produktion und hatte Ende der neunziger Jahre bereits einen höheren Pellet-Verbrauch als die USA. Das Land ist dem Rest Europas bei erneuerbaren Energieträgern weit voraus. Kein Wunder, sieht doch die schwedische Energiepolitik bis zum Jahr 2020 die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern vor.Heute beziehen viele schwedische Städte den Großteil ihrer Heizenergie aus Biomasse. Finanzielle Anreize erleichtern den Endverbrauchern den Umstieg von fossilen Brennstoffen oder elektrischer Energie auf Zentralheizungen mit Holzbrennstoffen. Bedingt durch Energieabgaben sind Pellets bereits seit einiger Zeit günstiger als Heizöl, und neue technische Lösungen - wie etwa der kostengünstige Umbau von bestehenden Ölkesseln zu Pellet-Heizkesseln - machen den Umstieg auf die gute alte Holzheizung besonders attraktiv. Der starke Trend zum Heizen mit Biomasse kommt also nicht von ungefähr.

Während Pellets in Österreich oder Deutschland hauptsächlich in Ein- und Mehrfamilienhäusern verfeuert werden, werden in Schweden vielfach auch größere Betriebe und öffentliche Gebäude mit Pellets beheizt. Die Stadt Vaxjö, die bereits seit 1992 die völlige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen anstrebt, beheizt beispielsweise die Flughafenbauten mit Pellets.
Der Holzbrennstoff wird auch in Fernwärmeanlagen eingesetzt: 2003 entfielen 70 Prozent des Verbrauchs auf Fernheizwerke und nur 30 Prozent auf individuelle Heizanlagen. Gerade im Kleinanlagen-Bereich verzeichnet aber auch Schweden eine konstant steigende Nachfrage nach Pellets. Mit über 50 Pelletsfabriken im eigenen Land kann man diesen Bedarf leicht decken - und darüber hinaus noch einige Tausend Tonnen des begehrten Brennstoffs in andere Länder exportieren.

Mehr zum Thema "Pellets" finden Sie auf folgenden Websites:
www.energytech.at
www.holzpellets-boerse.de
www.holzpellet.com
www.holzenergie.net



 





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